Man stürzt sich in ein Meer annmthiger Gefahren» und gehtmanchmal darin unter» wenn man kein guter Schwimmerist. Röschen hielt ihren Freund Philipp aber gerade nichtfür den besten Schwimmer; es ist schwer zu sagen, warum.Also mußte er zuerst erklären, ob er getanzt habe? Aufdas Verneinen hin fragte sie, ob er keine Abenteuer undHändel mit weiblichen Masken gehabt habe? Das ließ sichnicht verneinen. Er bekannte allerlei; doch setzte er jedesMal hinzu, die Frauenzimmer wären insgesammt von vor-nehmer Abkunft gewesen und hätten ihn für einen Anderngehalten. Röschen wollte zwar ein wenig zweifeln; dochunterdrückte sie den Argwohn. Als er aber auf ihre Frage,für wen man ihn gehalten habe, und von wem er seineMaske geliehen? immer den Prinzen Julian nannte, schüt-telte sie doch das ungläubige Köpfchen, und noch unwahr-scheinlicher war ihr sein Geschichtchen, daß der Prinz Nacht-wächterdienste gethan, während Philipp auf dem Balle ge-wesen. Er aber vernichtete alle ihre Zweifel mit der Ver-sicherung, der Prinz — denn dafür halte er seinen Substi-tuten — werde, laut Abrede, in wenigen Augenblicken beider Gregorienkirche erscheinen, und die schöne Maske fürden Nachtwächtermantel eintauschen.
Nun ging dem erschrockenen Röschen über ihr Abenteuerim dunkeln Hausgang ein Licht auf. War es ihr doch da-mals schon aufgefallen, daß der vermeinte Philipp so etwasFremdartiges in seinem Wesen gehabt hatte. Da nun dieReihe an sie kam, Alles haarklein zu beichten, wie sie zudem Gelde für das Lotterieloos gelangt wäre, stotterte sielange und suchte nach Worten herum, daß dem guten Phi-lipp ganz bange ward.