Band 
Zweiter Theil.
Seite
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ihrem Nachzuge die Tigurer. Der graue Divtko trat zuCäsar und sprach: „Was habe ich mit Dir zu schaffenund mit Deinen Römern? Lass mich in Frieden des Wegsziehen, oder gedenke der Zeiten am Leman, und zittere, daßich nicht diesen Boden noch einmal durch den Untergang derRömer berühmt mache!" Cäsar antwortete ihm und sprach :„Die Götter gaben Dir einst am See des Leman Glück,auf daß Dir jetzt das Unglück doppelt bitter werde. Dochwill ich Dich des Weges ziehen lassen, wenn Du meinerBundesgenossen schonest, ihnen wiedererstattest, was dieDeinen auf dem Zuge plünderten, und mir Geißeln fürDeine Treue gibst!" — „Nicht also, Römer!" erwiederteDiviko. „Wir haben von unsern Altvordern nicht ge-lernt, Geißeln geben, sondern Geißeln empfahen!"

Damit zogen die Helvetier weiter, schwer und langsam;ihnen auf dem Fuße nach die Römerschaaren, vierzehn Tagelang. Plötzlich wandten sich die Helvetier voll Grimmesund mit den Waffen. Es war allgemeine Schlacht in denFeldern der gallischen Stadt Bibracte; vom Morgen bisSonnenuntergang Gefecht. Tapfer, ohne Kunst stritten dieHelvetier; nicht minder tapfer, aber mit höherer Kriegser-sahrung, die Römer. Das half diesen zum Sieg. VollerVerwirrung flohen die Helvetier zum Hügel, wo ihre Wei-ber, Kinder und Schätze innerhalb der Wagenburg standen.Der Feind folgte, brach die Wagenburg, würgte Greise,Männer, Weiber, Kinder fielen durch Feindesschwert; Vieledurch'S eigene, weil sie Freiheit und Ehre nicht überlebenmochten. Andere flohen wehklagend in der Irre umher undwurden von den gallischen Völkern dem Cäsar überliefert.Dieser, vor welchem die Ueberwundencn fußfällig um Gnadeschrieen, sprach: „Leget die Waffen ab; kehret heim, von