Band 
Zweiter Theil.
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fand, sondern baute noch neue hinzu. In den hohen Schlös-sern saßen die Herren und Grafen, und verwalteten diezinsbaren Thäler und Alpen im Namen ihres KönigS, derin Italien wohnte.

Am menschlichsten von allen erwiesen sich die Burgun-der. Sie nahmen nur den dritten Theil aller Grundstückeund Leibeigenen für sich. Sie rotteten des Landes alte Be-wohner nicht aus, wiewohl ihnen dieselben unterthänig undin Rechten nicht gleich waren. Sie wohnten neben densel-ben und vermischten zuletzt mit deren Sprache und Gebräu-chen die ihrigen, dergestalt, daß beide zuletzt einerlei Volkwurden. Noch heutiges Tages unterscheidet sich dies Volkvon den übrigen Eidsgenossen durch die ererbte, aber ver-unstaltete Sprache, welche man die welsche oder die roma-nische heißt, in den Landschaften der Waat, Freiburgs undNeuenburgS.

Das Reich dieser Fremdlinge insgesammt freute sich je-doch keiner langen Dauer. Denn abermals drang ein an-deres Volk heran, gewaltiger, kühner und schlauer, als dievorigen. Das sind die Franken gewesen. Die warenweit her aus den Niederlanden herauf gezogen und mitFlamme und Schwert schon Meister des ganzen Galenlan-LeS geworden. In den eroberten Städten hatten sie sichfestgesetzt und das Land nach sich genannt Frankreich.Und als sie am Rhein auf die Macht der Allemannen sties-sen, ward ein langes Streiten zwischen beiden Völkern.In schreckenvoller Schlacht aber sind zuletzt die Allemannenauf ewige Zeit überwunden worden. Und die von denselbenam Rhein, in Schwaben und im helvetischen Lande wohn-ten, fielen darauf in die Botmäßigkeit der Sieger.