Band 
Zweiter Theil.
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alle Kenntniß des lebendigen Gottes. Sie opferten ihrenGötzen auf den Berghöhen und in einsamen Gehölzen Heer-denvieh und Pferde, die sie schlachteten; oder trieben bei'mBeginn eines neuen Jahres furchtbaren Lärmen mit Schreien,Jolen, Klopfen und Schlagen, um die bösen Geister, Hexenund Zauberer zu verjagen; oder zündeten mit Anbruch desFrühlings große Freudenfeuer auf allen Bergen an, wieDankopfer für die guten Götter. Viel abergläubische Angstquälte die armen blinden Heiden vor der Macht der Hexenund Geister; sie glaubten noch an allerlei Vorbedeutung,an Wahrsagereien, an den Einfluß gewisser guter und böserTage und dergleichen Selbstbetrug.

Darum waren die frommen Männer, welche den Hei-den die Botschaft des Heils brachten, hochzupreisen. Eskam auch aus dem Frankenland Siegbert und predigteden Wildnissen Rhätiens. Im rauhen Gebirgöwinkel hatteer dort sein BerhäuSlein gegründet; wo nun das KlosterDisentts steht. Columban undMangold lehrten langean der Aar und Reuß und am Zürichsee; auch der vieleifrigeGalluö. Dieser baute sich zuletzt eine einsiedlerische Bet-hütte in der Oede des hohen Bergthals am Bodensee, wozu seinem Gedächtniß nachher das Kloster St. Gallenentstanden ist. In Hochgebirgen am Waldstättersee verkün-dete der fromme Meinrad das Wort Gottes, und im Fin-sterwald am Eihlflufse baute er seine Zelle, wo in unsernZeiten das Kloster Einstedeln prangt. Auf dem Hügelbei Zürich stiftete ein Herzog das Chorherrnstift und gabihm viele Güter am Albis; ein anderes Münster baute seinBruder am Waldstättersee, da, wo einst, vielleicht zur Rö-merzeit, nur ein Leuchtthurm mit nächtlich brennender La-terne für Schiffende stand, und jetzt die Stadt Lnzern sich