Band 
Zweiter Theil.
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ausbreitet. Und bald darauf erhob der reiche Graf Bervunweit davon ein neues Münster oder Kloster, welches nochjetzt nach ihm Beromünster genannt wird.

Doch ich würbe lange nicht enden, wenn ich alle from-men Werke jener Zeit nennen wollte. Die armen Heidenin den Gauen sahen im weiten Lande umher gottgeweihteMauern von Kirchen und Klöstern aufsteigen, hörten all-täglich Worte der Erlösung und des Kreuzes, und allnächt-lich Gesang und Gebet der Mönche in den Zellen. IhreHerzen wurden bewegt und sie gingen zur Taufe.

Freilich bewies sich das Christenthum anfangs gar blödeund dürftig, denn der Bekehrungen waren zu viele und zuschnelle. Die Lehrer waren oftmals fast so unwissend undroh, als die Hörer des Worts. Wer die Taufe empfangen,ein Gebet erlernt hatte, die Kirche besuchte, ein Kreuz ma-chen konnte, hieß ein Christ, obschon er die Wildheit derSitte und den Aberglauben des wüsten Heidenthums nichtabgelegt hatte. Die Heilige» wurden oft nur an die Stelleder Götzen gesetzt, und die altheidnischen Lusttage zu christ-lichen Festen umgekehrt. Furcht vor dem Teufel war garviel mächtiger, als Liebe zu Gott. Mit Diensten und Ver-gabungen an Kirchen und Klöster meinte der Sünder garwohlfeil ewige Seligkeit zu kaufen und sich gegen Höllenge»walt zu beschützen.

Doch nicht gänzlich ohne Segen blieb der neue Glaube.Geht auch dem hellen Tagesschein immerdar erst eine Däm-merung voran. ES w-rd der Gedanke an den einzigen le-bendigen Gott allgemein, und der Gedanke an die Vergel-tungen der Ewigkeit, und daß wir Menschen alle hieniedendie Kinder des Vaters im Himmel find. Es leuchteten den