Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Hochlande nicht froh. Da hingen in allen Thälern an denFelsenhöhen hundert und hundert stolze Burgen der Grafenund Freiherren, wie eine Sklavenkette um den Hals desVaterlandes. Da waren der Bischof von Chur, da dieAebte von Disentis und Pfäffers, da die Grafen vonBregenz, von Werdenberg, Montfort, Matsch undMisor, da die reichen Baronen von Rhäzüns, Mont-alt, Aspermont, Vatz und hundert Andere gewaltig.Nur die Stadt Chur freute sich, unter Oberherrlichkeit ihresBischofs, ansehnlicher Rechtsame; und eben so hin und wie-der ein abgelegenes Thal altangestammter Vorzüge, wie dasPregällerthal, nahe an Italiens Grenze. Alles übrige Volk,am meisten das romanisch redende, war und blieb dienstbarund zinsbar und leibeigen. Lediglich die deutsch redendenWalser hießen in ihren Höfen und Dörfern freie Leute,wie sie von den Franken gefunden worden waren bei Er-oberung des Landes. Man sagt, diese Walser seyen Ein-wanderer allemannischen Stammes gewesen, die hier zurZeit gothischer Herrschaft Zuflucht fanden, und abgeschiedeneHochländer, die das rauhe Avers und Brettigäu, und denRheinwald am Fuße der Rheingletscher anbauten. Ebendiese haben auch die fruchtbaren Einöden von Davos zuerst:bewohnt und urbar gemacht, als sie dieselben vom Frei-herr» von Vatz zu Lehen empfingen.

Gleichermaßen herrschten viele Grafen und Herren imLande Wallis, wo die Stadt Sitten mit großer Mühe ihreStadtrechte unter eigenem Bürgermeister und Rath empor-hielt. Im untern Wallis war lange der Graf von Savoyenam gewaltigsten; im obern Wallis aber der Bischof von Sit-ten. Doch die Bergleute in den Thälern und Gemeindendes obern Wallis, alle deutsch redend, hatten auch deutsches»