barste Widersacher der Freiheit und Unabhängigkeit, wenner kommt, wird aus unserer eigenen Mitte hervortreten.Aber er muß ein Zeichen tragen, woran ihn Jeglicher kenne.Er ist's, welcher das Ansehen seines Ortes dem ewigenRuhm gemeiner Eidsgenossensckaft, und seinen und seinesHauses vergänglichen Vortheil dem öffentlichen Wohle vor-anstellt. — Er ist's, welcher vor dem Schwert an der Hüftedes freien Volks, aber nicht vor Schmeichelwort und Gabeder Könige und ihrer Gesandten erschrickt. — Er ist's, wel-cher predigt: Gebietet den Tagblättern Schweigenund den Lehrern der Jugend Stille; leget euer Geldan Zinsen und verschwendet es nickt für Waffenund Heerwesen; verschließet die Rathsstuben undlasset das Volk nicht hören, was wir treiben, somögen wir wieder Herren und Meister seyn, unddie Kneckte werden uns dienen! — Er ist's, welcherMißtrauen zwischen Stadt und Land, Glaubensgroll zwischenKatholiscken und Reformirten, Sperren zwischen Kantonenund Kantonen pflanzt, und jene Erschlaffung durch Eigen-nutz, jene Familienherrschsucht, jenen Geschleckterstolz, all je-nes zwieträchtige Verderben noch einmal zurückruft, wodurchdie alte Eidsgenossenschast, trotz Neuenegg und Rothen-thurm, einst blutig verschwand.
Aber wir haben gelernt: Recht und Gerechtigkeit ist ge-waltiger, denn alle Gewalt; und jedes Hauses Glückseligkeitsteht nur sicher unter dem Gesetz der Freiheit; und die Frei-heit Aller ist nur geborgen durch Unabhängigkeit des Schwei,zerbundes. Die Selbstständigkeit des Sckweizerbundes aberruht nicht fest auf Pergamentbriefen kaiserlicher und königli-cher Zusicherungen, sondern allein auf einem eisernen Grund,der da ist unser Schwert. Der rechte Sckweizeradel sollaus den Kirchen und Schulen des Volks hervorschreiten.