Band 
Zweiter Theil.
Seite
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zweimal zehn Jahren über die Quellen des Unglücks,über die Ursachen der Rettung, über die Mittel zurkünftigen Sicherheit nichts erkannt, nichts gedachthaben werde? — Man denke sich diese Nation, nach errun-gener Rettung vertrauensvoll auf ihre Fürsten hinschauend,aber noch Jahre nachher immer im Zustande'ängstlicherZweifelhaftigkeit über ihr künftiges LooS schwebend,von abwechselnden Gerüchten gefoltert, von fortdauerndenOpfern, von theuern Zeiten entkräftet, noch von unvernarb-ten Wunden blutend, und frage sich: ob diese Nation nichtaus verzeihlicher Furcht vor Wiederkunft des alten Greuelseine zuverlässigere Sicherheit gegen die Waffen derFremden heischen, — nicht aus Begierde, ihr zerstörtes Gutwieder anzubauen, freiere Hand wünschen, — nicht ausBesorgnis, ihre Fürsten könnten von unkundigen Räthenüber den Zustand der Nation, wie wohl sonst schon, ge-täuscht werden, unmittelbarere Verbindung mit denLandesvätern erflehen sollte?

Diejenigen aber irrten nicht minder, welche zwar dasTreiben und Sehnen des Volkes keineswegs leugnen woll-ten, indem solches sich von Haushaltung zu Haushaltung,von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, kund genug that;aber welche behaupteten; dasselbe sey bloß durch Schrift-steller bewirkt. Nein, das Bedürfniß eines von den nunanders gewordenen Verhältnissen und Zeiten gemäßen Zu-standes war eben durch diese anders gewordenen Verhält-nisse und Zeiten erschaffen. Das Bedürfniß würde auchlaut geworden seyn, wenn keine Buchstaben erfunden gewe-sen wären. Die Werke der Schriftsteller hatten in der Na-tion, was diese dunkel empfand, nur in's Licht deutlichenBewußtseyns erhoben.