Band 
Zweiter Theil.
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den Höfen näher, durch diese wirksam seyn konnten, stützte»sich die Wortführer der andern Seite mehr auf Volk undöffentliche Meinung, und trachteten diese zu stärken, undsich durch sie.

Je wichtiger die großen Angelegenheiten waren, umwelche gehandelt ward (denn es betraf Glückseligkeit desVolks und die aus ihr entsprießende Stärke des Fürsten),um so mehr Bedächtigkeit und Zeit ward vonnöthen, dieverworrenen Interessen zu schlichten. Das Verzögern derlandesherrlichen Entscheidungen vermehrte aber die ängstlicheSpannung und den Ungestüm der einander bekämpfende»Meinungsparteien. Jeder scheinbare Sieg der einen jagtedie andere in Harnisch. So vergaß man zuletzt die einfach-sten Grundsätze gegenseitiger Achtung und Billigkeit, undrieth und handelte mit leidenschaftlicher Gereiztheit.

Keiner blieb gleichgültiger Zuschauer dessen, was Alleanging. Wie konnte es die deutsche Jugend bleiben,sie, welche von der Natur regere Empfänglichkeit zum Ge-schenk hat, und in welcher allezeit Gefühl und Einbildungs-kraft höher, als vielseitige Erfahrung und besonnenes Ur-theil stehen? Jene Jugend, in welcher die Urbilder desWahren, Gerechten und Göttlichen vom Staub der Wirk-lichkeit noch unbedeckt glänzen, wie sie der Himmel in ersterReinheit verlieh? Jene Jugend, welche noch nicht Drangund Zwang der bestehenden Ordnung und deren verschränkteRechte» sondern nur die Tugendbilder des Alterthums kennt?Jene Jugend, die zum Theil eben erst aus den Schlachte«für Deutschlands Unabhängigkeit zurückgekehrt war, i»welche sie sich mit frommer Lebenöverachtung gestürzt hatte?

Die Jünglinge, zum Theil an ihre Hochschulen zurück-gekehrt, zum Theil im Begriffe, auf der bürgerlichen Lauf-