Band 
Zweiter Theil.
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Die Fürstenmenge in Grusien.

Ein alter preußischer General fluchte einst mörderlich,als er hörte, zwei Deserteurs seines Regiments, beides ge-meine Soldaten, wären polnische Edelleute. „Straf michGott!" schrie er: „Jeder Schlingel ist auch heut' zu Tage«in Edelmann." Er wußte nicht, was er sagte.

Da- Schlimme ist, daß man heutiges Tages den Werthund Adel der Nationen nicht mehr nach der Anzahl ihrerAdelichen berechnet.

Vielleicht wenn ein Monarch bei guter Laune einmalsein ganzes Volk adelte, wäre Allem geholfen, derUnterschieb verschwände, die Eifersucht hörte auf. Moritzvon Kotzebue in seiner Reise nach Persien mit derrussischen Gesandtschaft im Jahre 1817 erzählt, daß die Kai-serin Katharina die Gnade gehabt, einem jeden Edel-manne in Grusien den Fürsteatitel beizulegen, so baß esda an manchem Orte beinahe mehr Fürsten, als Bauern,gebe. Der Reisebcschreiber gibt nebenbei zu verstehen, hättedie Kaiserin die allergnädigste Promotion unterlassen, würdeRußland auch einmal einige tausend Fürsten weniger haben.— Was hat denn aber Rußland daran verloren, daß eseinmal auch einige tausend Fürsten zu viel hat?