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Das Panorama von Bern / Gottlieb Studer
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und erzählten sodann begeistert von dem, was sie dort gesehen undempfunden hatten. Es ist seitdem anders geworden. Man begnügt sichnicht mehr damit, die Alpen aus der Ferne zu betrachten und, wenn esviel ist, sich ihre Namen anzueignen, um sie demnächst wieder zu ver-gessen. Man will ihre Wunder und Schrecken in der Nähe sehen, ihreGipfel erklimmen, dem Brausen der Fallbäche sein Ohr leihen, andem Sturze donnernder Lawinen sich ergötzen, auf grüner Alpentristdie duftenden Blumen pflücken, in den aufgerissenen Fclsenspalten denBau der Erdfeste ergründen. Ja, der Tourist hat sich schon seinen Wegmitten über das Eis der Gletscher gebahnt, und die höchsten Spitzender Alpen sind nicht mehr gesichert vor dem Fuß entschlossener Männer.Es bedarf jetzt eines schnellen Entschlusses, und Pferdckraft nnd Dampf-macht bringen den gemächlichen Stadtbewohner auf ebenen Straßen,über den glatten Seesspiegel, in einem Tage in das Herz der Hoch-alpen hinein. An den Vorabenden seiner Reise, wenn ihm die Alpen in ihrer Glorie entgegcnstrahlcn, wird er sie sinnend betrachten und seineBlicke mit gespannter Erwartung über ihre lichten Höhen und dunkelnThäler schweifen lassen. Mit Lust dürste er dann wohl ein Schristchenzur Hand nehmen, das ihm als Wegweiser in jene unbekannten Regio-nen dienen könnte, die er zu besuchen gedenkt.

Und wer seine Reise vollbracht, wer die großartige Welt der Ber-neralpen durchzogen hat, wer unter den Wallnußbänmen von Jnter-lakcn gelustwandelt, von den sonnigen Triften der Wengernalp dieMajestät der Jungfrau bewundert, auf dem Eismeere von Grin-delwald des S chreckhornS kühnen Bau betrachtet hat; wer desFaulhorns oder Rothhorns Gipfel oder die stolze Suleck bestie-gen und im Genusse der Prachtaussicht geschwelgt, wer den Gießbachin seiner zermalmenden Größe gesehen hat, wer auf dem Pcrlenteppichdes Aarfirns gewandert, vielleicht sogar nach den verborgenen Alpen -gründen des Kanderthals oder der Emme hingcpilgert ist und,von da zurückgekehrt, aus den Umgebungen Berns die leuchtenden Gi-pfel wiederum begrüßt, in deren unmittelbarer Nähe er jene Genüssegekostet, dem möchte wiederum ein Schristchen willkommen sein, dasihm die Scenen seiner Wanderung vergegenwärtigt und die Schilderungmancher von ihm besuchten Ocrtlichkeit in sich faßt.

Aber auch derjenige, der nicht selbst den Wanderstab ergreift, der