Tab. VIII.Fig. 5.
148 Beſchreibung des Kanals,
600 Fuß, uͤber den an beiden Seiten belegenen Wieſengrund, laͤßt rechter undlinker Seite Fahrwege unter ſich durchgehen, und verlieret ſich nach und nacham Abhange der Anhoͤhen. Die Einfaſſungsmauren ſind auswendig, von Wei—te zu Weite, durch Strebepfeiler verſtaͤrket, zwiſchen welchen der Kanal mitverdeckten Bogen unterbauet iſt. Alles Mauerwerk iſt durchgehends vonBackſteinen, nur die Cordons und Einfaſſungen der Boͤgen, die keinen vollenhalben Zirkel ausmachen, ſind von Quadern errichtet.
Hier hat der Kanal, wie der Durchſchnitt nach der Breite dieſer Waſ—ſerleitung, Fig. 5. zeiget, oben auf der Waſſerflaͤche, nur 18 Fuß Breite, und4 Fuß Waſſertiefe. Die Ufer oder Einfaſſungsmauren ſind 1 Fuß uͤber demWaſſer erhaben, und an der einen Seite, 4, an der andern aber, wo der mitetwas Grand beſchuͤttete Ziehpfad hergehet, 8 Fuß breit.
An jedem Ende der Waſſerleitung, liegt, ſo wohl wegen der Pag. 144.angefuͤhrten Urſache, als auch darum ein Flood-Gat, damit bey einer vorzuneh—menden Ausbeſſerung ſolche geſchloſſen, das Waſſer, durch die unten am Bodendurch die Einfaſſungsmauren gehende Loͤcher, die mit kleinen Schuttbretternverwahret ſind, abgelaſſen, und der Schlauch der Waſſerleitung ganz ins trock—ne geſetzt werden koͤnne.
Die an dieſes Werk verwendete Koſten ſind zwar nicht bekannt, ſie koͤn—nen jedoch um deſto weniger geringe ſeyn, weil man fuͤr noͤthig gefunden hat,den Grund durchgehends ſehr ſtark zu pilotiren, und es mit aller der Vorſicht,die ein ſo wichtiges Werk verdienet, aufzufuͤhren. Unſtreitig iſt dieſe Waſſer—leitung eine der anſehnlichſten, die man auf den engliſchen Kanaͤlen findet, undihr Anblick recht bewundernswuͤrdig; vornemlich wenn man ſiehet, wie obenSchiffe, gleichſam als in der Luft ſchwebend, uͤber andere, die unten die Irwellbefahren, weggehen.
Da es bey dem Entwurfe eines Kanals von dieſer Art, ſehr darauf an-
kommt, einen einmal angenommenen Waſſerpaß ſo weit als moͤglich fortzuſetzen,und