71
Das ttmschräukte Leben.
Jeglicher Morgen gebierct uns neu, die vorigen TageSind vorüber, du hast heute das Gestern nicht mehr,
Morgen nicht mehr das Heute. Was rühmst du, prahlender
Greis, denn
Dich der Jahre? Du lebst eben nur jetzo, wie ich.
Das süße Geheimniß.
Süßer ist nichts als Liebe; von allem Schönen der ErdeIst sie das schönste Glück, Honig ist Galle zu ihr:
Das spricht Nossis; aber nur dem, den die Göttin geliebt hattAndre versteh'» es nicht, und auch die Rose verblüht.
Der horchende Satyr.
Warum neigest du so dein Ohr zur Flöte; du Satyr,
Als gelüstete dich innig ihr lieblicher Schall?
Seht, er lächelt und schweigt. Der Horcher schweiget aus Vorsatz;Sinn und Gedank' ist ihm tief in die Töne versenkt.