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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
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selbst betrugen sich dabei sehr ungleich; einige (z. B. Licht-wer) waren höchst unzufrieden damit; andere (z. B. Uz)»ahmen Ramlers Verbesserungen in die neuen Ausgaben ihrerWerke auf. Ramler selbst beabsichtigte in der That nicht-dabei, als mehre Vollkommenheit, Correctheit der Poesieüberhaupt, und einen erhöheten Genuß für den Leser deutscherGedichte. Für die, welche sich zu Dichter» bilden wollen,kann die Vetgleichung der Verbesserungen mit den Originale»ei» lehrreiches Studium werden; denn sie gewähren eine MengeBeispiele feiner Kritik und Warnungen, Correctheit zwar nichtfür alle- gelten zu lassen, aber auch keinesweges zu vernach-lässige».

Auch MoseS Mendelssohn würde seine Uebetsetzüngder Psalmen Ramler» vor dem Drucke zur Verbesserung zu-gestellt haben, wenn ihn nicht BewegungSgründe, die seinerBescheidenheit wie seiner Denkart überhaupt Ehre machen,nach der vorangeschickten Zuschrift an Ramler, davon abge-halten hätten. UeberdieH sollte Mendelssohns Uebersetzung,ihrer Bestimmung nach , ein reiner Abdruck der Urschrift, undder Andacht gewidmet seyn. Ramler hingegen entfernte sichin seiner Manier, die Psalmen zu übersetzen, (wie man ausder Probe im 4. St. der Berliner Monatsschrift v. I. 1783sieht) mehr von dem Original, da er die hebräische Sprächenicht verstand.

Durch einige unangenehme Erfahrungen vorsichtiger ge-macht, aber nicht abgeschreckt, schickte RaMler in späterenJahren seine Umarbeitungen den Verfassern selbst zu, underbat sich ihre Erinnerungen darüber. Es würde interefsantseyn, wenn dieser Briefwechsel dem Publikum mitgetheilt wer-den könnte. Man würde dann zugleich manche» «och «nbe-