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kannten Berfasser mehrer in die lyrische Blumenlese auf-genommenen Stücke kennen lernen und den eigentlichen An-theil Ramler'S an den Berbesserungen zu bestimmen im Standeseyn, da nicht selten die Verfasser selbst andre Abänderungenden seinigen entgegen gesetzt hatten.
Den ersten bedeutenden Versuch, den gesellschaftlichen Ge-sang in Deutschland zu bilden, haben wir Ramlern und seinemFreunde Krause (dem nämlichen, der in Deutschland daSerste Buch über die musikalische Poesie schrieb) zu danken.Beide gaben 1758 zwei Hefte von Liedern der besten deutschenDichter heraus, mit leichten Melodien von den beiden Graun,Quanz und andern guten Berlinische» Musiker».
Für die Bühne, ob er gleich in den letzte» zehn Jahrenseine« Lebens Direktor des Berlinischen Nationaltheater« war,hat Ramler nur wenig gearbeitet. Zum Besten der Kochischen,von Leipzig nach Berlin versetzten Schauspielergesellschaft ver-wandelte er Goldini's Schauspiel „der Krieg" in eineOperette; er veränderte das Stück selbst in etwas, undschaltete angenehm versificirte Arien, Duette und Chöre ein,die von Hiller in Musik gesetzt wurde». DaS Vorspiel;Cyrus und Cassandane, verfaßte er auf Ersuchen des verstor-bene» Herzogs von Curland, dessen Hof es bei der Durchreisedes damaligen Kronprinzen, »achherigen Königs FriedrichWilhelm ll., nach St. Petersburg, in Mitau vorstellte.
Ramler war ein vertrauter Freund deS vor ihm verstor-benen Maler« Bernhard Rode, dem er zu manchen Ge-mälden und Zeichnungen den Stoff gab, wenn er dieß gleich,aus Bescheidenheit und Liebe zu seinem Freunde, nie gestand.Ramler wollte lieber, daß man glauben sollte, alle Erfindungen