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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
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und Allegorien wären von Rode selbst, wozu dieser doch wohinicht Belesenheit genug in den Klassikern besaß. War esVorliebe für seinen Freund, »der glaubte er wirklich, daßRode einer der ersten Maler in der Welt sey: genug, RamleePflegte Rodens Gemälde Fremden, die sie besahen, miteinem so hohen Grade von Bewunderung zu zeigen, als irgendein Cicerone Raphaels Werke. Durch die gemeinschaftlicheBeschäftigung beider Freunde mit der Kunst entstanden Ram-ler's Werke über die Mythologie und Allegorie. Diese veran-laßten seine Aufnahme in die königl. Akademie der Künste.

Seit Ramler's Aufnahme in die königliche Akademie derWissenschaften, bei der er als Mitglied eine jährliche Pensionvon 200 Thalern erhielt, beschäftigte er sich mit dem Studiumder deutsche» Sprache und hielt verschiedene sich darauf be-ziehende Vorlesungen. Er machte in den letzten Jahren einekritische Sammlung deutscher Wörter, die er wenige Lagevor seinem Tode Herrn Meierotto zustellte, um davon Ge-brauch zu machen, der aber selbst früher starb, als er desWunsch seines Freundes hatte erfüllen können.

Ramler hatte von seinem. Amte nur ein mäßiges Ein-kommen. Um so unabhängig zu seyn, als seine Lage es ver-stattete, begnügte er sich damit; doch wurde seine Einnahm«durch öffentliche Collegia, worin er viele Zuhörer hatte, dnrchVorlesungen über die schönen Wissenschaften auf der Real-schule (jetzt Friedrich-Wilhelm's-Gymnasium) und durch dasHonorar für seine Schriften etwas vermehrt. Er lebte i«ehrenvoller Frugalität, und vermöge seiner häuslichen Ord-nung fehlte ihm zwar nie das Nöthige, oft aber das, was zuden Bequemlichkeiten des Lebens gehört. Zwar hinterließ erbei seinem Lobe mehr Vermögen, als selbst seine Freund« b«