Sehnsucht nach dem Winter
Im November 1744 ,
Die Stürme durchheulen die Lust und schleudern Wolken auf
Wolken,
Und donnernd stürzen die Ströme durch's Land.
Die Wälder trauern entblößt; das Laub der geselligen LindeWird weit umher in die Thäler gejagt.
Der Weinstock, ein dürres Gesträuch! . . . Was klag' ich so
müßig den Weinstock?
Auf, Freunde! trinket sein schäumendes Blut!
Schon seht ihr den triefenden Herbst mit leerem Fruchthorn
entweichen;
Wald kömmt der Winter, mit Tannen bekränzt,
Und deckt den donnernden Strom mit diamantenem Schilde,Der alle Pfeile der Sonne verhöhnt,
Und hüllt in Blüthe den Wald, (dem fröhlichen Barden ein
Frühling!)
Und streuet Lilien über das Thal.
Dann schwimmt der Jüngling nicht mehr Lurch reißende
Fluthen, dann schwelst erAuf harten Wassern laut jauchzend umher,
Die Füße beschuhet mit Stahl, und überwindet den Reiter,Der am Gestade den Wettlauf gewagt.