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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
Seite
25
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Sehnsucht nach dem Winter

Im November 1744 ,

Die Stürme durchheulen die Lust und schleudern Wolken auf

Wolken,

Und donnernd stürzen die Ströme durch's Land.

Die Wälder trauern entblößt; das Laub der geselligen LindeWird weit umher in die Thäler gejagt.

Der Weinstock, ein dürres Gesträuch! . . . Was klag' ich so

müßig den Weinstock?

Auf, Freunde! trinket sein schäumendes Blut!

Schon seht ihr den triefenden Herbst mit leerem Fruchthorn

entweichen;

Wald kömmt der Winter, mit Tannen bekränzt,

Und deckt den donnernden Strom mit diamantenem Schilde,Der alle Pfeile der Sonne verhöhnt,

Und hüllt in Blüthe den Wald, (dem fröhlichen Barden ein

Frühling!)

Und streuet Lilien über das Thal.

Dann schwimmt der Jüngling nicht mehr Lurch reißende

Fluthen, dann schwelst erAuf harten Wassern laut jauchzend umher,

Die Füße beschuhet mit Stahl, und überwindet den Reiter,Der am Gestade den Wettlauf gewagt.