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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
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Herold, dessen Gesang mehr, als Lysippus Erz,

Länger spricht, als Apolls athmender Schattenriß,

Und noch Thaten erzählt, wann das Geschichtbuch schweigt.Aber siehe, wie lebt Cäsar OktaviusDurch zwei Edele Romst (Edel nach göttlichenRanggesetzen, obgleich nicht auf der Rolle desCensors.) Ewig geliebt, ewig ein Muster fürAlle Herrscher der Welt. Glücklicher Barde, der,Unverdächtig, ein Lob, reiner als Beider Lob,

Hn sein Saitenspiel singt! Glücklicher Barde, derNicht den Feldherrn allein und den geschäftigen, Landesfürsten in dir, der auch den Vater desHauses, der auch den Freund singt und den fröhlichenWeisen, ihn, in der Kunst jeder Kamöne groß!

Götter! wäre doch ich der beneidete

Barde, selbst zu schwach, aber gestärkt durch ihn,

Und die Sprache voll Kraft, die wie KalliopensTuba tönet, wie weit ließ ich euch hinter mir,

Sänger Heinrich's, und dich, Ludewig's ganze Zunft!