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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
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145
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LL3

T ö p r i tz.

Unter dem lauten Getön hellgellender Hörner durchsuchtenJäger das waldige Lhal, und hinter dem fliehenden Damm-hirsch

Scholl der Doggen Gebell, daß rings erwachte der NachhallePlötzlich stürzte das Wild im Entflieh'n, und zappelt' am

Boden,

Unten am Schenkel gelähmt vom heißaufsprudelnden Berg-quell,

Der dort unter Wachholdergesträuch sich ergoß. Und berühmt

ward

Bald das GenesungSbad, und Völker vom Morgen und

Abend

Strömten herbei, wie vordem zum Orakel des felsigen

Delphi.

Hier quillt Rettung dem Dulder der unaussprechlichen Mar-tern

Jener Gesellin der Gicht, von einerlei Mutter geboren,Kalkulofuria heißet der Name dieser verhaßtenQuälerin; sie zu verjagen vermag oft keiner der Meister;Selbst nicht dem Kver, und käm' er zurück aus ElysiumK

Hainen,

Wäre die höllische Macht des Ungeheuers.bezwingbar.

Aber die Feindin ganz zu zermalmen rüstet geheimeKraft dieß heilsame Bad. Zum Acheron flieht das Verderben.Wie vom fluchenden Nil Egypten empfangt die Befruchtung^Dann aus ebbendem Strom wie neugeschaffen hervorgeht,Blühet; so steigt hier selber, gekrönt mit Jugend, das AlleeRomler, ». Scheukendorf u. Neubeck, 10