Buch 
Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
Seite
146
JPEG-Download
 

Aus der umfangenden Fluth. Hier schleudert die Krücken der

Krüppel

Weit von sich weg mit Gejauchz; hier stärkt sich der Lahme

zum Reigen.

Jünglinge, welche den Pfad der sittlichen Lugend verließen,

Und an Cytherens Altären die Blüthe der Jugend und Un-schuld

Opferten, baden sich hier, und den Wangen kehret der Früh-ling,

Aber die Ruhe der Seele, des Herzens edenischer Friede

Kehrt, ach! nimmer zurück. Denn o! wo quillt ein Ne-

penthe

Für die Martern der Reue, die Qual des erwachten Gewis-sens?

Selters.

Weit umher in den Städten Leutoniens, gütige Göttin,Wird dein Name gepriesen, und herrlicher immer erhebt sichDein unsterblicher Ruhm. Dich weihete bei der Geburt schonZur wohlthätigen Macht die Natur. Dein mütterlich Erb-

theil

Ward dir im heiligen Sprudel verlieh'», deß Hut dir ver-traut ist

Dort in des Westerwaldes Umschattungen, wo der NajadenFreundin, Halcyone, liebt am Forellenbache zu wohnen.

Als dich zuerst der Felsen gebar, und die liebliche QuelleIn hellspielenden Bächen entrieselte, purpurten ringsum