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Spaziergänge in den Alpen : Wanderstudien und Plaudereien / von Jos. Vict. Widmann
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wich nach Italien gelockt hast? Gewiß nicht. Denn, wenn es selbsthier gießt, wie mag es erst in den Bergen droben und jenseitsderselben abscheulich sein. Hier ist es wenigstens warm, nichtunangenehm heiß, sondern gerade so, daß man sich der offenenFenster freut und der durch den Regen gekühlten Luft. Wennschon in meine Reisetage Regen fallen sollte, so konnte mir's nichtbesser werden, als hier, wo das Auge nach den nahen borro-mäischen Inseln spazieren geht und nach Stresa hinüber, währenddas Ohr dem gleichmäßigen Wellenschläge des edeln, großen Seeslauscht. Zufrieden ist nur mein Hündchen nicht mit diesem längernAufenthalt auf italienischem Boden; denn, wie schon in Domo, soherrscht auch hier in Pallanza der Hundebann, und unwillig mußder Träger einer republikanischen Steuermarke sich dem Zwangemonarchischer Polizeibehörden fügen.

19.

Welch' ein Unterschied, von jener himmlischen Douche-Vor-richtung, die man gemeinhin Regenwetter nennt, in einem einsamenSeitenthals des Wallis festgehalten zu werden, oder hier untenan einem der größten und schönsten Seeen Italiens , an demprächtigen Strande Pallanzas, wo die Magnolien unter meinemFenster mir ihre weißen Blüthensträuße mit der Grazie einesFlorentiner Blumenmädchens entgegenstrecken! Nur mit Schauderndenke ich daran, daß ich den 20. Juli dieses Jahres in EvolenaHütte zubringen müssen oder im Dorfe Simpeln oder auf demRigi . Hier floß der Tag ich sage absichtlich von einem Regen-tageer floß" und will das Wort recht im vollsten Sinne genommenwissen nun er floß sanft und lieblich dahin. Stresa grüßtedurch den grauen Regenschleier von drüben herüber, auf der nahenJsola Madre schrieen die Pfauen des Fürsten Borromeo, JeanPauls Jsola Bella zeigte die gewohnten stolzen, etwas steifenblmriffe, und bei allem Unwetter machten die großen Dampfer ihre