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Spaziergänge in den Alpen : Wanderstudien und Plaudereien / von Jos. Vict. Widmann
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das ihrem Leben reichen Inhalt gibt. Uebrigens kehren Aus-gewanderte aus dieser Gegend immer wieder gern in dieselbe zurück,und einzelne stattliche Gebäude, die man in Graubünden mit demNamen Palazz beehren würde, beweisen, daß manche sogar reichgewordene Thalbewohner ihre gefährliche, düstere Heimat doch jedemandern Erdenflecke vorziehen. So ist auch hier wieder die Liebezur Heimat mächtiger als der Gedanke, daß auch Bignasco , Cevio und andere dieser Ortschaften dereinst ein verschüttetes Elm werdenkönnten.

Am folgenden Tage befand ich mich schon auf der Rückreiseüber den Gotthard . Daß auf der Südseite der Gotthardbahn ,ähnlich wie bei Waffen, etwas oberhalb Giornico , Kehrtunnelsund sonstige interessante Bahnbauten zu bewundern sind, erwähneich nur flüchtig. Eine Begehung der Linie schien hier nicht gutausführbar, da die Arbeit noch überall in vollem Gange war;auch lag oberhalb Faido die Bahn im Schnee. In Gvschenensah ich zum ersten Male in einiger Nähe eine prächtige Lawineniedergehen, gerade gegenüber dem Stationsgebäude von denHöhen des Riedbodens. Ueber die Fußtour von hier nach Amstegauf der Bahnlinie habe ich schon berichtet. Am nächsten Vor-mittag befand ich mich schon auf dem Vierwaldstättersee und über-zeugte mich in Brunnen bei dem bekannten Wi rt^ shause an derDampfschifflände, daßSwiter noch immer den Swen besiegt undSchwyz gründet." Das köstliche Bild amüsirt mich, so oft ichdort vorbeifahre.

Als endlich gegen Abend der Bahnzug sich Bern näherte,glühte die Gegend zwischen Burgdorf und Zollikofen , besondersnach dem Jura zu, in einem so herrlich warmen Sonnenlichte,daß ich mir, wie schon so oft, aufs Neue gestehen mußte, auchselbst ohne die Alpen halte Berns Umgegend die kühnsten Vergleicheaus. So kam mir diesmal, da dieser rothbraune Hauch über derweiten Ebene lag, die Landscha von Florenz lebhaft in den Sinn;