112
ist fast in die Schneeberge hineingedruckt, und die „Voibrrrss xo-r-tüouliärss", wie auch die Versicherung „?rix trös mocläräs" sindganz geeignet, die Stimmung zu stören, die das Bildchen hervor-ruft. Aber es behalt doch den Sieg über diese Geschäftswörterund über die besten Muße- und Musenwörter, die ein schlendernderPoet auftreiben könnte; darum habe ich mich denn entschlossen, vonmeiner Alpenwanderung das Wesentliche — die wechselnden ent-zückenden Landschaftsbilder — den Malern zu überlassen und nurBeiläufiges hier zu geben, ein Gemengsel von Einfällen undReflexionen, wie sie eben den lieben langen Tag mit uns wandernbergauf, bergab.
* *
*
Sollte ich die einzelnen Blätter dieser Plauderei mit Titelnversehen, so müßte die erste Ueberschrift heißen: „Große Ursachenmit kleiner Wirkung, oder die Ziegen des Herrn Paul Bert ."Der Fall des Ministeriums Gambetta steht mit meiner neuerwachtenLeidenschaft für die Alpen im engsten Kausalzusammenhange. MeineLeidenschaft ist nämlich eine auf Verstandesoperationen gegründete,wie man alsobald sehen wird. Paul Bert , indem er mit demgroßen Ministerium fiel, ist wieder zur Wissenschaft zurückgekehrt;kein großer Verlust für die Politik, ein großer Gewinn dagegenfür die Physiologie. Kaum vom Ministerstuhle gefallen, hat ersich an ein Experiment mit Ziegen gemacht. Von einem DutzendZiegen, die bisdahin in gleichen Lebensbedingungen sich ihresmeckernden und kapriziösen Daseins gefreut hatten, hat er dieHälfte für drei Wochen auf einen hohen Berg geschickt, die andereHälfte im Thale behalten, nachher aber alle geschlachtet. Nunergab die Untersuchung, daß das Blut der vom Bergaufenthaltzurückgekehrten Ziegen eine ganz ungeheure Menge jener Blut-körperchen enthielt, von denen uns die Aerzte immer predigen,wir hätten ihrer viel zu wenig. Die im Thal gebliebenen Ziegenwaren geradezu blutarme Teufel gegenüber jenen Gesundheits-