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Spaziergänge in den Alpen : Wanderstudien und Plaudereien / von Jos. Vict. Widmann
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führt ihre» Gasthof, dessen auch Tschudi als eines gulen gedenkt,in geradezu meisterhafter Weise und ihre Preise sind noch die derguten alten Zeit. So zahlte ich heute nach dem Frühstücke, dasvon ihr verschaffte Nachtlager eingerechnet, 3 Fr. 50 Cts., undhatte dafür gestern nach meiner Ankunft eine Tasse schwarzenKaffees genossen, am Abend ein aus Suppe, drei Forellen inSauce und einigem Fleisch nebst Obst bestehendes Abendessen mitWein, endlich diesen Morgen das copiose Frühstück. Wohlgemerkt!Diese Frau kannte mich nicht und hat keine Ahnung, daß siedurch mich andern Reisenden empfohlen wird. Ich muß übrigensbeifügen, daß ich es überhaupt im ganzen Greyerzer Lauschenbillig gesunden habe, nirgends aber so gut wie imEngel " zuAlbeuve .

Und nun sitze ich immer noch in der Quarantaine und untermeinem Fenster unterhalten sich die Bauern über meine Gefangen-schaft, wobei große Gutmüthigkeit znm Vorschein kommt. Mehrerebestürmen den Mann des Gesetzes, mich doch passiren zu lassen,das Hündchen sei so klein, und inzwischen werde der Tag so heißoder ich komme in ein Wetter durch diesen Aufenthalt. Er aberkann natürlich von seiner Ordre nicht abgehen. Hatte er mich inder Einsamkeit ohne Zeugen aufgehalten, ich weiß schon, was ichgethan hätte; wir würden uns gewiß verständigt haben. Jetzt aberist seine Amtsehre vor der ganzen Gemeinde engagirt und so bleibtmir nichts übrig, als mich mit Geduld zu wappnen, einem sehralten Panzerstücke, das die griechischen Philosophen mit großerGrazie sollen getragen haben.

Mittags nach zwölf Uhr.

Stunde um Stunde verrinnt, und kein Thierarzt, der mir einenErlaubnißschein ausstellen könnte, läßt sich sehen. Ich habe einGlas Wermuth getrunken, als den zu solcher Situation passendenTrank, mir eine Cigarette gedreht und eine zweite und dritte, siealle geraucht ohne sonderlichen Genuß. Dann habe ich mir die