Buch 
Genius Ernst Wagner's
Seite
149
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LÄS

Es regnet noch, aber sehr fein; ein frischer Wind fährtzuweilen lustig durch die Nebel, und mein Bote glaubt, derJnselberg sey nun unser.

Da bin ich auf der Spitze. Es ist erst Mittag. MeineAuSstcht aus dieser Hütte von Zweigen, in welcher unserTisch gedeckt ist, mag wohl von allen Seiten etwa zwanzigSchritte betragen; denn selbst das Berghaus ist vom Nebelein wenig verdunkelt, und unser weidendes Pferd wird nurzuweilen sichtbar. Hier oben hat es offenbar nicht geregnet;kaum wie ein Feldthau hat der Nebel gefeuchtet, und durchihn schimmert bereits oben die Sonne so silbern auf michherab, wie der Mond. Uebrigens bin ich schon entsetzlichbange, nämlich dafür, daß meinem Boten etwa die Zeitlang werden könnte! Zum Glück habe ich schon bemerkt,daß seine ganze Mitreise zunächst aus den Magen berechnetist, von dem er sich überhaupt eine höchst sinnliche Vorstel-lung macht; was denn freilich wohl keiner Christenseele ver-dacht werden darf. Ich werde sehr mäßig leben und ihmalle besten Bissen überlassen, damit er mich nickt störe, womöglich einschlafe, und hinterher obendrein meine Mäßig-keitundWohlthätigkeit rühme;—zwei von meinen Ertra-«nd Casualtugenden, die ick noch niemals so neugeboren wiejetzt auf dem Sckooß ihrer Mutter ertappt habe, — welcheMutter ist die Selbstsucht, dieser alte Bergsumpf, derseine Unreinigkeit in alle Silberquellen der Tugend träufelt!Für den Schimmel sorge ich nickt. Ihm ist recht wohl. Ue-berhaupt machen doch die Menschen dem Dichter viel mehrMühe, und die Thiere viel öfter Freude; und unter denletzter« wieder ein Vieh vor dem andern. 3. E. So wie die