Fragmente
Aaum haben wir ein liebes 'Weib zu finden geglaubt,gleich wird uns gesagt, sie soll ungetreu seyn, wie eine Brückevon Eis, falsch, wie das Lager des Ehebruchs! — Manmüßte immer nur sogleich Beweis verlangen, und gar mancheTugend würde, gerade wenn man fle verloren glaubte, wieder Mond, still in's neue Licht treten. Und warum soll dennein Geschlecht, dem wir das Lieblichste in der Kunst, da»Wertheste im Leben verdanken, welches mit ewiger Sanft-muth und Langmuth unsere unbändigen Leidenschaften in dieSchranken der Mäßigung zurückschmeichelt, und doch sich selbstso oft liebend für unsere höchsten Genüsse ganz zum Opferhingibt— warum soll dies Geschlecht immer noch keine höhe-ren Ansprüche an unsere Achtung haben? Warum mangeltunsern Urtheilen über die Frauen und das Geheime in ihremLeben immer nichts mehr, als Bescheidenheit?
Ihr modernisirt eure Fürsten zu sehr! Ein Fürst isteine organisirte Antike; er verträgt, seiner Würde, seinerEhrenfestigkeit wegen, weniger modischen Zierrath, als irgendein anderer Christenmeusch auf Erden. Viele Beispiele dergrößten Monarchen beweisen diese» Satz. Sobald ein Re«