Achtes Capitel.
Apologie gegen einen falschen Apostelder Einsamkeit.
Ein Blick auf mein ganzes Leben kann zeigen, in wiefernich etwa Beruf habe, über die Einsamkeit zu schreiben. Schonin meiner frühesten Jugend lüsterte mich immer nach feier-licher Stille und ländlicher Ruhe. Mich entzückte der An-blick eines Klosters. Ich athmete freier in einem abgelege-nen Eichenwald und unter alten einsamen Mauern. Ruhewar mein täglicher Wunsch, da mich in meinen spätern Le-bensjahren Alles zur äußersten Thätigkeit rief und weckte;denn meine Arbeit war immer größer, als meine Kräfte.Ich war fast immer krank in Deutschland. Ach, das bestän-dige Sehnen und Verlangen nach Stunden ohne Zwangund Schmerz macht nicht gesellig, macht nicht auf citele Ver-gnügungen erpicht. Immer strecke ich auch jetzt noch ver-gebens meine Arme aus nach einer friedsamen Hütte dies-seits des stillen Grabes, nach einem kleinen Laubdach, indessen Schatten ich zu erzählen wünschte, wie sehr ich dieEinsamkeit liebe, wie sie oft die einzige Vertraute aller