Buch 
Ueber den Entwurf eines Reichs-Eisenbahn-Gesetzes und dessen Unzulässigkeit / von Moriz Mohl
Entstehung
Seite
61
JPEG-Download
 

61

überhäuft hat, es gerade die Verwaltung war, an deren Spitze HerrFröre-Orban stand. Es waren alle die von dem Ministerium des HerrnFröre-Orban dem Herrn Philippart der Reihe nach bewilligten Con-cessionen, welche dessen Stärke bildeten, und von diesen Concessionenhat man ihm dann die Verknüpfung, Verbindung und Verschmelzungbewilligt. Oh, meine Herren, wenn Herr Fröre-Orban zur Zeit desVertrages von 1870 sich in der Opposition befunden hätte, welche präch-tige Rede hätte er darüber gehalten und in welchen beredten Ausdrückenhätte er seine Entrüstung ausgedrückt! Hören Sie einmal, meine Her-ren, was bei den Unterhandlungen über diesen Vertrag von 1870 dieHerren Vandersweep, Dedier, Belpair und Montgenart, welche derehrenwerthe Herr Jamar, damals Minister der öffentlichen Arbeiten,beauftragt hatte, die einschlägigen Fragen von allen Seiten zu prüfen,darüber gesagt haben. Ich bitte die Kammer um Verzeihung, wennich einen Augenblick bei diesem Punkte verweile; aber er ist in derThat von capitaler Wichtigkeit; denn es liegt hier für die Finanzenund speziell für das Budget der öffentlichen Arbeiten eine Quellefortwährenden Schadens, der von Jahr zu Jahr zunehmen wirdmit der fortschreitenden Ausführung des Vertrages. Diese Herren,deren Bericht im vorigen Jahre der Kammer gedruckt vertheilt wurde,sagten:

Der Gedanke, welcher der Bildung des Eisenbahnnetzes der Allge-meinen Gesellschaft zu Grunde lag, ist hauptsächlich ein Concurrenz-Gedanke.

Man bestrebte sich, Linien parallel mit den Staatsbahnlinien zubilden, in der Absicht, diesen den Verkehr, in dessen Besitz sie sind, nachMöglichkeit zu entziehen.

Das Gedeihen der Gesellschaft gründete sich weniger auf den Ver-mehr der von ihr anzulegenden Linien, als auf den, welchen man denbenachbarten Eisenbahnen entreißen konnte.

Die Elemente des Erfolgs, wenn ein solcher sich ergab, mußtenum so sicherer sein, als man in dieser Weise auf einem vollkommenbekannten Terrain operirte; man brauchte nicht viele Vermuthungenanzustellen über den wahrscheinlichen Verkehr, den man auf Linien an-