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Ueber den Entwurf eines Reichs-Eisenbahn-Gesetzes und dessen Unzulässigkeit / von Moriz Mohl
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rechts und der Fideicommisse im Grundbesitz zuerst scheinbar ganz aus-sichtslos, jetzt aber näher und näher dem Ziele arbeitet u. s. w., dazu, umden Kampf mit dem Drachen der Eisenbahn-Actiengesellschaften und derdabei interessirten Gründer, Verwaltungsräthe, Bankiers, Stockjobbersund Actionäre zu einem glücklichen Ende zu führen.

Da Großbritannien bereits wenn auch nicht allgemein, doch wodie Speculation ihre Rechnung dabei zu finden hoffte mit einemsehr ausgedehnten und theilweise enge geflochtenen Netze von Privat-Eisenbahnen bedeckt ist, so kommen daselbst bei der Frage: ob die Eisen-bahnen in den Händen des Staates oder von Aktiengesellschaften seinsollen, jetzt nachdem diese Bahnen mit einem ungeheuren Gewinn amPublikum und am Lande von Eisenbahnkönigen, Bankiers und anderenGründern sowie von Grundeigenthümern, von Ingenieuren und Bau-Unternehmern bereits gegründet sind, die großartigen Ersparnisse, welchemittelst Anlage derselben durch den Staat gemacht worden wären, haupt-sächlich nur noch bei der immerhin noch sehr bedeutenden Ergänzungin Betracht, welche das Bahnnetz voraussichtlich in den Händen desStaates erfahren würde, wie dieß mit dem Telegraphennetze der Fallwar und noch ist. Ja, der Staat würde wahrscheinlich, um die bestehendenHauptbahnen von ihrer Ueberladung durch Personen- und Güterzüge zuentlasten und dadurch eine der Hanptursachen der vielen Eisenbahn-Unfälle in England zu beseitigen (die zweite Ursache ist das rasendeFahren), »in Hauptrichtungen besondere Personenbahnen anlegen, aufwelchen sich keine Güterzüge bewegen würden. Es wurde aber natürlichbei den seitherigen Erörterungen der Frage vom Ankaufe der britischenEisenbahnen durch den Staat von den Sachkundigen nichts weniger alsunerwähnt gelassen, um wie viel wohlfeiler und zweckmäßiger der Staatdas Eisenbahn-Netz des Landes gebaut hätte und vervollständigen würde,als die Gesellschaften. Die im Jahr 1871 vorhandenen Eisenbahnenkosteten 553 Millionen Pfund Sterling, wovon 230 Millionen in ge-wöhnlichen Actien und 323 Millionen in Prioritäts-Actien und Obli-gationen. Sie ertrugen an »ertheiltem Gewinn 25,710,000 Pfd. Sterl.oder durchschnittlich 4,«d °/o, und zwar in England 4,?s o/o, in Irland4,-ö o/g. Ihr Courswerth wurde (wie Herr Galt 1873 bemerkt: wahr-