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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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K.

Avpal. Die Gattungen llymenasa, Vonapa und Trachylobium aus der den Schmetter-lingsblütlern nahe stehenden Familie der Eäsalpiniaceen enthalten eine große Zahl baumför-miger, innerhalb der Wendekreise einheimischer Arten. Aus ihnen fließt ein Balsam, welcher ander Luft zu einem harten, klingenden, farblosen bis bräunlichgelben, mehr oder weniger durchsich-tigen, glasglänzende», geruch- und geschmacklosen Harze erhärtet, das als Kopal in den Handelkommt. Die zahlreichen Handelssorten desselben laffen sich in vier Kategorien bringen: 1) Ost-indischerKopal, auf Madagaskar, an der Küste von Mozambik und Zanguebar gesammeltund entweder direct oder über Kalkutta in Europa eingeführt. Derselbe bildet meist flache,an der Oberfläche höckerige, durch Reibung während des Transports weiß bestäubte Stücke,welche indeß durch Waschen mit Potaschcnlauge vollkommen klar und durchsichtig werden undwegen ihrer Härte und Reinheit sehr geschätzt sind. 2) Westindischer Kopal, in 'großen, man-nichfach geformten, wasserklaren, farblosen oder blaßgelblichen Massen, welche nicht fetten miteiner undurchsichtigen sandhaltigcn Kruste bedeckt sind, von der man sie gewöhnlich durch Abschälenbefreit. Derselbe steht dem ostindischen an Güte wenig nach. 3) Afrikanischer oder Gninca-Kopal kommt von Sierra-Leone in kugeligen, blahgelben, mit einer undurchsichtigen weißenRinde überzogenen Stücken; wird letztere durch Behandlung mit Potaschenlauge, in welcher siesich leicht löst, entfernt, so bleibt ein wafferhelles Harz zurück. 4) Brasilischer Kopal,große rundliche, meist weiß bestäubte, hell- bis bräunlichgelbe, im Innern durch eingcschlosienesWasier oft trübe Stücke, die geringste Sorte. Der Kopal ist dem Bernstein in vielen Stückenähnlich; wie dieser enthält er häufig Insekten eingeschlossen, ist ohne Zersetzung nicht schmelzbar,sehr wenig löslich in Alkohol und Aether, leichter in ätherischen Oelen. Seine Lösung in Alkoholwird befördert, wenn man das fein gepulverte Harz längere Zeit bei Luftzutritt erwärmt unddadurch oxydirt, oder indem man es in kochendem Aether aufquellen läßt und dann portionsweisestarken Alkohol zusetzt. Das geschmolzene Harz löst sich viel leichter in ätherischen und fettenOelen, eine Erfahrung, welche in der Firnisbereitung, zu welcher der Kopal vorzugsweise ver-wendet wird, zu beachten ist. Die chemische Constitution des Kopals bedarf noch mancher Auf-klärung, namentlich fehlen noch vergleichende Untersuchungen der verschiedenen Sorten; ebensowenig sind die chemischen Veränderungen, welche die Drogue durch Erhitzen, durch Behandlungmit Säuren und Alkalien erleidet, festgestellt. Jedenfalls stellt der Kopal, wie alle natürlichenHarze, ein Gemenge verschiedener einfacher Harze dar; so hat Unverdorben den afrikanischen durchschrittweise Behandlung mit Alkohol von verschiedener Stärke und mit einer alkoholischen Kali-lösung in fünf verschiedene theils indifferente, theils saure Harze zerlegt. Ueber die Verarbeitungdes Harzes zu geistigen und fetten Firnissen gibt der Art. Firnis detaillirte Auskunft.

Kösier. Im Gegensatz zu den sogenannten glatten oder leinwandartigen Geweben bezeichnetman mit dem Namen Köper eben diejenigen Stoffe, bei denen die Fäden der Kette und desSchuffes oder Einschlags (Eintrags) nicht in unmittelbarer Aufeinanderfolge abwechseln, sondernbei denen in bestimmter Ordnung mehrere Fäden der Kette und des Schuffes flott liegen. Die

Haus- und Familien - Lexikon. V. 1