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Korund
feinkörnig zusammengesetzten Varietäten von bläulichgrauer bis indigvblauerüarbe, die gewöhn-lich durch Magneteisen u. s. w. verunreinigt sind und, zu Pulver gestoßen, seit uralter Zeit alsSchleifmittel dienen.
Der Korund, namentlich die Varietät Saphir, findet sich am häufigsten aus secundarer Lager-stätte , lose im Sande oder im Schuttlande mit andern Edelsteinen. Auf ursprünglicher ^ager-statte findet er fich eingewachsen in Granit, Syenit, Basalt, Gneis, Talk- und .Zorn en e-gesteinen, auf Lagern von Eisenglanz und Magneteisenstein oder als Smirgel selbständige -agermit Talkschiefer, Eisenglanz und Magneteisenstein im krystallinischen Schiefergebirge bildend.
Wegen seiner Härte, der schönen Farbeii und des lebhaften Glanzes ist der Saphir em sehrbeliebter Edelstein, der in der Bijouterie besonders zu Nadel- und Ringsteinen und andern Gegen-ständen des Luxus verwendet wird und dessen schönste Varietäten im Werthe tarn Dianiant fastgleich stehen. Man schleift ihn zu diesem Zwecke aus einer eisernen Scheibe vermittelst Smirgeloder Tiamantpulver und gibt ihm aus der nämlichen oder einer Kupferscheibe mit Tripel undWasser die Politur. Er erhält die Brillant-, Rosetten- oder Treppenschnittform, oder wird zuTafel- und Dicksteinen geschnitten. Den Saphiren gibt man beim Brillantschnitt gewöhnlich einegrößere Tafel und läßt sie weniger dick im Untertheile als die Rubine. Die Asterien und kleinernsaphire aber schleift man halbkugelig (en cabochon). Beim Füssen erhalten sie eine ihrer Farbeentsprechende Unterlage: der Rubin bekommt eine röthliche Goldfolie oder eine Folie von Kupferoder rothem Glase; dem blauen Saphir legt man ein Silberblättchen, blaugefärbte Folie oderauch wol blaue Enten-, Tauben- oder Pfauenfedern unter, während man den Wassersaphir ineinen schwarzen Kasten setzt. Ganz reine Stücke jeder Farbe werden am besten ü jour gefaßt.Im Orient setzt man die Rubine fast nie auf Folie, sondern schlägelt sie unten aus und füllt siemit sehr sein polirtem Golde aus, wodurch ihr Glanz und dieFarbe ungsmein erhöht werden sollen.
Schon im Alterthums theilte man die zahlreichen Varietäten des Korunds oder Saphirs, wieauch die mancher übrigen Edelsteine, in zwei große Gruppen, in männliche und weibliche;die erstern zeichneten sich durch gesättigtere und tiefere Farben aus, während die weiblichen blasserund lichter gefärbt waren. Später trug man die Namen der übrigen Edelsteine se nach ihrerHauptfarbe auf die Saphirvarietüten über, setzte ihnen aber, da diese härter waren und sich durchgröhern Glanz auszeichneten, das Beiwort „orientalische zu; so ist der orientalische Amethyst einviolblauer saphir, der orientalische Topas ein tvpasgelber Saphir; beide haben m.it dem eigent-lichen Topas und Amethyst aber weiter nichts gemein als die Farbe. Die zahlreichen Benen-nungen nun, unter welchen der Korund im Edelsteinhandel vorkommt, sind folgende:
1) Rubin oder orientalischer Rubin, von sehr dunkel karmvifinrother oder cochenill-rothcr Farbe, die aber gern weiße Flecken zeigt, die man ihm jedoch durch vorsichtiges Glühenin einem mit Asche oder Thon angefüllten Tiegel benehmen kann. Er kommt auch karmin-, fleisch-nnd rosenroth vor, zeigt beim Durchsehen, zumal wenn man ihn nahe ans Auge hält, einen Stichins Violblaue und ändert beim Kerzenlichte seine Farbe nicht. Vor dem Löthrohre zeigt er einehöchst merkwüxdige Farbenwandlung, die besonders bei kleinern Stücken sehr ausfällt. Macht mannämlich kleine Krystalle glühend, was man dreist thun kann, da sie nicht zerspringen, so werdendieselben beim Erkalten farblos, dann grün und zuletzt wieder schön roth. Es ist dies ein Mittel,ihn von manchen gleichfarbigen Spinellen (Rubinspinell, Rubinbalais, Almandinspinell, Rubicellim Handel) zu unterscheiden, die die grüne Farbe beim Erhitzen nicht zeigen. Der Rubin istunstreitig der werthvollste aller Edelsteine und ohne Zweifel vm Theophrast unter dem Namen' uthrax inbegrifien, der, vollkommen unverbrennbar, gegen die sonne gehalten einer glühendenKohle gleicht; PliniuS nannte ihn indischen Carbunculus. Die meisten und schönsten Rubine (wieauch saphire) findet man im Reiche der Birmanen um Mo-gaot und Kyat-pyan, fünf Tagereisengegen OsO. von Ava; auch Badakschan in Usbekistan ist durch seine Rnbinminen berühmt. Vonsehr großen Rubinen soll fich einer von der Größe eines Taubeneis in der Krone der KaiserinElisabeth von Rußland befunden haben, der derselben vom König Gustav III. von Schweden beiseiner Anwesenheit in Petersburg im Jahre 1777 geschenkt worden war. Tavernier beschreibtzwei Rubine, die der König von Visapur besessen haben soll, von denen der eine 50% Karat, derandere 17% Karat wog. Ersterer wurde auf 600000, der andere auf 74550 Fr. geschätzt.Wachs citirt einen Rubin von 436% Karat, Furetiöre sah einen zu Paris von 240 Karat undChardin spricht mit Bewunderung von einem en cabochon geschlissenen Rubin von sehr schönerFarbe und Größe und Gestalt eines halben Eies, auf welchem an der Spitze „Scheikh Sephy"eingravirt war. Im Besitze des Königs von Arrakan in Indien sind zwei sehr große Rubine,