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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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Kramps

Schwangerschaft, die Entstehung von Hautausschlägen, Geschwüren, Fußschweißen u. s. w.) dieHeilung zu bewirken oder doch zu unterstützen. Der Tod infolge der eigentlichen Krampfkrank-heiten oder der mit Krümpsen verbundenen Krankheiten kann in den Störungen der Nerven-centren (Hirn- und Rückenmarksläsionen), welche die Krämpfe erzeugten, begründet oder die Aolgeallgemeiner, durch die Heftigkeit und Dauer der Krämpfe bewirkter Erschöpfung des gestimmtenNervenlebens sein, oder durch die Beeinträchtigung von Functionen, welche für die Fortdauer desLebens unumgänglich nothwendig sind (z. B. der Athmung durch den Stimmritzenkrampf beiKehlkopfskrankheiten, beim Starrkrampf u. s. w.), oder endlich durch Zerreißung von Blutgefäßen(namentlich im Hirn), ja selbst des Herzens herbeigeführt werden. Letztere Erscheinungen tretenjedoch kaum jemals ein, wenn nicht bereits wichtige Veränderungen in den Gefäß- und Herzwan-dungen, durch welche die Festigkeit derselben mehr oder minder herabgesetzt wird, sich vorher aus-gebildet hatten. (Vgl. Herz- und Gefüßkrankheiten.)

Unter den Ursachen der Krampskrankheiten müssen wir die allgemein disponirenden von deneigentlichen, speciellen absondern. Die erstem bewirken blos eine mehr oder weniger starke Neigungzu Krämpien und sind der Grund von der oft zu beobachtenden Erscheinung, daß die letztern in demeinen Falle Krämpfe erzeugen, während sie in vielen andern Fällen spurlos vorübergehen, weileben jene allgemeine Disposition zu Krämpfen fehlt. Unter diesen allgemein disponirenden Mo-menten find in erster Linie die Lebensalter zu nennen. Allgemein bekannt ist, wie die verschiedenenacuten Erkrankungen in den ersten Lebensjahren häufig mir Krämpfen verbunden sind, wie beidem Zahnen sich oft Krämpfe einstellen. Der Veitstanz', das Stottern und Schielen pflegen in denfolgenden Jahren bis zu der Entwickelung der Geschlechtsreife am häufigsten aufzutreten. DieHysterie, die Epilepsie sowie auch Eklampsie und Starrkrampf werden vorzüglich in den Jahrender Blüte und Reise beobachtet, während das höhere Alter, einige bis in dasselbe verschlepptechronische Krampskrankheiten abgerechnet, Schwindelkrämpfe, Zittern u. s. w. als neu auftretendeFormen zeigt. Von weiterm Einfluß ist das Geschlecht. Hysterie, Eklampsie und (wenigstens in denmeisten Fällen) auch der Veitstanz sind Krampskrankheiten des weiblichen Geschlechts, währendbeim männlichen, allerdings aus mehr äußerlichen Ursachen, der Schreibekrampf und der Wund-starrkrampf vorwiegend zu finden sind. Aber auch andere acute Krankheiten sind beim Weibe öftervon Krampferscheinungen begleitet als beim Manne. Ferner disponiren Blutarmuth, Bleichsucht,körperliche und geistige Erschöpfung durch Krankheiten, Entbehrungen, übermäßige körperliche odergeistige Anstrengungen, Ausschweifungen (namentlich Misbrauch alkoholischer Getränke und ge-schlechtliche Excesse und Onanie), psychische Aufregung (besonders der Phantasie im religiösenGebiete) ebenfalls zu Krampfansällen. Als specielle, direct krampserregende Ursachen sind bekanntund zählen zu den häufigsten die verschiedenen Krankheiten des Hirns und Rückenmarks.(Vgl. die Art. Gehirnkrankheiten und Rückenmarkskrankheiten.) Seltener ist es, daß lokale Rei-bungen (Wunden, Druck durch Geschwülste u. s. w.) auf einzelne Stämme und Zweige motorischerNerven Krämpfe in den von ihnen versorgten Muskelgruppen erzeugen. Sehr häufig entstehenKrämpfe (allgemeine und lokale) durch Reizung der so nervenreichen Schleimhäute. So nanntenwir schon die Stimmritzenkrämpfe bei Erkrankungen und Reizung der Kehlkopsschleimhaut durchfremde Körper, scharfe Gase (Chlordämpfe u. s. w.); ferner sind das Asthma, der Keuchhustenst-s. w. zu nennen. Bekannt, aber bei weitem in Rücksicht auf Häufigkeit und Wichtigkeit seinerWirkung überschätzt ist der krampferzeugende Reiz, welchen die Gegenwart von Eingeweidewür-wern ausüben kann. Krankheiten und Reizungen der Gebärmutterschleimhaut siud ebenfalls. ^>on Krämpfen begleitet. Reizungen der Sinnesnerven (heftige Schall-, Licht-, Gesühlsein-vermögen ebenso Krämpse zu erzeugen, desgleichen psychische Einwirkungen, wie Schreck,r-iei, Nachahmungstrieb (Hysterie Veitstanz u. s. w.). Des Einflusses einer abnormen Biut-be,chasicnheit bei Blutarmuth und Bleichsucht, wozu noch die Urämie (s. Bright'sche Krankheit)zu fugen, ist schon gedacht worden. Endlich gibt es noch eine Menge Stoffe, welche, je nach ihrerBefchaffenheit m größern oder geringern Mengen in den Körper eingeführt, schneller oder lang-samer gleichfalls Krämpfe erzeugen. Dahin gehören die Spirituosen, längere Zeit hindurch imUebermaß genoffen (Delirium tremens) narkotische Stosse, namentlich das Strychnin und ähn-liche Stoffe (vgl. Spinantien und Tetanica im Art. Brechnuß), das Mutterkorn (s. Kriebelkrank-heit), Blei und Quecksilber (s. Bleivergiftung und Quecksilbervergiftung).

Die Besprechung der Behandlung der Krampskrankheiten muß den Specialartikeln überlasieibleiben; einige allgemeinere Grundsätze finden sich in dem Art. Krampfstillende Mittel angege en.

Wir reihen hieran die Besprechung einiger Krampssormen, welche entweder nicht so wichtig v er.nicht unter populären Namen so bekannt sind,daß sie besondern Artikeln überwiesen werden konnten.