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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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Krebs

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mit einer Nadel einsticht, die Decke des Ganges abhebt und die auf diese Weise frei gelegte Milbeheraushebt. Die männliche Milbe Ikann man nur zufällig oder mittels umständlicher Me-thoden gewinnen.

Die Methode der Heilung der Krätze hat sich nach dem Alter und der Ausbreitung derKrankheit zu richten. Ist die Krätze frisch und auf einen kleinen Theil des Körpers beschränkt, sogenügt es, die befallene Stelle täglich mehrmals mit Bimssteinseife und grüner oder einer andernÄaliseife tüchtig abzureiben, daneben öfters die Wäsche zu wechseln und einige allgemeine warmeBäder zu nehmen, überhaupt die Reinlichkeit aufs Höchste zu treiben. Bei ausgebreiteter, aber nochnicht alter Krätze müssen die erwähnten Abreibungen über den ganzen Körper gemacht und danebentäglich ein Seifenbad genommen werden. Dabei muß wegen der durch die Cur hervorgerufenenEmpfindlichkeit der Haut das Zimmer gehütet werden. Aeltere Krätzeausschläge erfordern eineganz methodische, vom Arzte geleitete Cur. In allen Fällen müßen zur gründlichen Beseitigungper Milben sämmtliche Kleider und Wäsche des Kranken nebst den oft berührten Geräthschaftendesselben mit Chlor durchräuchert oder längere Zeit starker Hitze (im Backofen) ausgesetzt werden.Jede eingreifende Krätzecur verursacht leicht einen neuen allgemeinen Hautausschlag, der jedochbei pasiender Behandlung bald weicht. Was Hahnemann und die Homöopathen über Zurücktretendes Krätzeausschlags, über eine eigenthümliche, der Krätze zu Grunde liegende Schärfe der Säfteu. s. w. gefabelt haben, ist, soweit es die reine, nicht complicirte Krätze betrifft, purer Unsinn.

Krebs ist der Gesammtausdruck für eine große Zahl an sich ziemlich verschiedener, doch ingewiffen Beziehungen sich gleichender, meist bösartiger Geschwülste. Es ist um so schwerer, demLaien ein klares Bild von alledem zu entwerfen, was unter dem Worte Krebs zusammengefaßtwird, als fast jedes besondere Merkmal dieser krankhaften Neubildungen zwar vielen derselben, aberdoch nicht jeder zukommt, dasjenige aber, was allen ausnahmlos gemeinsam ist, sich auch bei vielenandern Geschwülsten oder gar gesunden Organtheilen findet. Zunächst ist die den Laien geläufigeAnsicht zurückzuweisen, als sei jeder Krebs ein bösartiges sreffendes Geschwür; der Krebs kannund wird unter paffenden Umständen sich sehr oft zu einem solchen umbilden, aber er ist zu-nächst nichts weiter als eine krankhafte Neubildung von Zellen, Fasern und Blutgefäßen, welcheim gesunden Gewebe eines beliebigen Organs eingebettet liegt oder das Gewebe durchdringtund sich aus Theilen desselben Gewebes durch abnorme Entwickelung und Vermehrung derZellen desselben hervorgebildet hat, nicht aber als ein frei entstandenes, gleichsam selbstän-diges Wesen nur seinen Sitz in dem betroffenen Organ aufgeschlagen hat. Eine solche, anfangsmikroskopisch kleine, dann mehr oder weniger rasch sich vergrößernde, das umgebende Gewebebald nur auseinander drängende, bald auch durchdringende Neubildung hat an sich zunächst nichtsSchlimmes, d. h. sie ist weder ein giftiges Etwas, das den Organismus zerrütten könnte, noch(wenigstens in den allermeisten Fällen) die Folge einer Zerrüttung der Constitution oder einer Ber-derbniß der Säfte; der Schaden, den sie anrichten kann, ist vielmehr nur ein mittelbarer.Daher hängen die Krankheitserscheinungen, die ein beginnender Krebs macht, zunächst gar nichtdavon ab, daß überhaupt ein solcher im Organismus besteht, sondern davon, wo er sitzt, welcheWichtigkeit das von ihm betroffene Organ für das gesunde Bestehen des Lebens und welche Ge-legenheit der Krebs zu verderblicher Wirkung und Entwickelung hat. So wird z. B. eine in derNähe eines Gefühlsnerven sich entwickelnde und daher denselben drückende Krebsgeschwulst, auchwenn sie noch so klein ist, die heftigsten Schmerzen verursachen können, während ein großer Krebsder Leber vielleicht gar keine merkliche Störung hervorruft. So wird ein in Haut oder Schleim-haut sitzender Krebs, wie wir sehen werden, leichter zu einem verjauchenden Geschwür und da-durch an besondern Stellen weiterhin zu verderblichen Blutungen führen können, während einem ininnern Organen eingeschloffenen Krebse dazu die Gelegenheit fehlt, und so fort. Aus alledem gehtzugleich hervor, daß das Krankheitsbild, welches Krebskranke bieten, ein höchst verschiedenes seinkann und sich im allgemeinen nickt skizziren läßt, wie im Folgenden noch deutlicher werden wird.

Ueber die Ursachen der Entstehung eines Krebses wiffen wir sehr wenig. Daß bisweileneine erbliche Anlage dazu besteht, ist sicher, aber noch öfter sehen wir die Krankheit bei Personenauftreten, deren Familie zeither davon frei war. Uebermäßige körperliche und geistige An-strengung scheint bisweilen die Ursache zu sein. Unzweckmäßige reizende Behandlung von Wun-den und Geschwüren veranlaßt vielleicht die krebssige Entartung derselben, sowie häufige me-chanische oder sonstige Reizung der Unterlippen, der Zunge und der Speiseröhre (bei Säufern)die Entstehung eines Krebses in diesen Theilen veranlassen oder wenigstens begünstigen kann.

Die wesentlichen Elementartheile eines Krebses sind ein faseriges, netz- oder maschensörmiges