Küche 101
Staues) wird sodann durch ein konisches Rohr nach der.Effe geleitet. Das Rohr muß ein Klappen-Itiick haben, damit mittels der Klappe der Zug regulirt werden kann. Nach der neuern, mit^turzfeuer benannten Methode (Fig. 8) hat der Feuer- und Rauchstrom einen größern Weg zuwachen und wird deshalb das Feuerungsmaterial bester ausgenutzt. Der senkrechte Zug an derHinterwand der untersten Kochröhre ist hier nach den Seitenzügen abgesperrt, sodaß der Feuer-lirom und Rauch von demselben aus direcl zwischen die zwei untern Röhren zieht. Der Zug isthier ebenfalls gegen die Seitenzüge zur Hälfte abgesperrt, sodaß sich der Rauch und Hitzestromtheilt und die beiden Seikcnwände der untersten Röhre umkreist, sodann die Seitenwände derWeiten Röhre berührt, und falls eine dritte Röhre vorhanden ist, dieselbe von allen vier Seitenumspielend, durch das schon erwähnte Rohr in die Este zieht. Bei geschlossenen Kochapparaten,^Parberden, Ringfeucrn und Kochmaschinen sind zwar die schon bei dem offenen Herde erwähn-ten Rauchfänge oder Küchenschürze nicht unbedingt nothwendig: will man aber die Küche voll-ständig frei von Dämpfen und Rauch haben, so sind dieselben sehr zweckmäßig. Die Rauch-fänge werden dann gewöhnlich von Eisenblech gefertigt und sind zum Schutz gegen Rost sorg-fältig mit Oclfarbe zu streichen. Statt der Rauchfänge macht man auch öfter dicht an der Deckeststr eine Oefsnung mit Klappentbür in die Este. Die Klappenthür ist gewöhnlich mittelsSchnuren zu handhaben. Werden bei Kochmaschinen und Ringfcuern, überhaupt geschlostenenKüchenfeuerungen Rauchfänge oder Oeffnungen zum Dampfabzug angebracht, so sind zweiKüchenessen nothwendig. Die eine derselben wird dann als Rauchesse, die andere als Benti-lationseste benutzt. Roch zweckmäßiger ist es, wenn mehr als eine Feuerung vorhanden ist,Zwei Raucbeffen anzulegen und eine Dunsteste zwischen denselben. Die Kücheneffen müffen we-nigstens 8 Zoll Weite haben und darf eine solche nicht mehr als zwei Küchenfeuerungen auf-nehmen. Bei hohen Häusern, wo mehrere Küchenesten übereinander liegen, ist es deshalb noth-wendig, für jede Küche eine Este anzulegen.
Die Dampfkochapparate haben sich für Anstalten, in welchen gleichzeitig.für eine große Anzahl Personen gekocht wird, als sehr zweckmäßig herausgestellt.Die Speisen werden schneller weich und schmackhaft, weil durch die Spannungdes Dampfes in den Kochgeschirren eine größere Hitze bewirkt wird als beimgewöhnlichen Kochen direct über dem Feuer. Der Dampf kann auf zweierlei Artzum Kochen der Speisen benutzt werden. Entweder läßt man den Dampf unmittel-bar auf die Speisen wirken, indem man denselben direet in die dicht und fest ver-schlossenen Kochgeschirre leitet, oder man läßt ihn indirect, d. h. nur die Wärmedesselben auf die Kochgeschirre und Speisen wirken. Der Dampf wird hier in den dichtgeschlosse-sten hohlen Raum zwischen den doppelten Wänden und Böden der Kochgeschirre geleitet oder"rculirt in dichtgeschlostenen verzinnten kupfernen Röhren in denselben. Auf erstere Art läßt!>ch in jedem Haushalt mittels Dampf kochen, wenn man Kochgeschirre, Töpfe von Eisen, mitdoppelten Wandungen und Böden herstellen läßt (Fig. 9). Die innern Wandungen sind amobern Rande durchlöchert, der Raum zwischen beiden Böden und den zwei Wandungen zurHälfte mit Waffer gefüllt. Das Gefäß ist dicht mittels Deckel geschlossen, sodaß, wenn sichDampf entwickelt, derselbe durch die Löcher in das innere, mit Speisematerial angefüllte Gefäßbrömt und die Speise gar macht. In Anstalten, wo für eine große Anzahl Personen gekochtwird, wird der Dampf mittels Dampfkessel erzeugt und in die Gefäße geleitet. Zum Bratentäßt sieb der Dampf allerdings nicht verwenden, sodaß neben den Dampfkochapparaten immeräoch Bratösen bestehen müffen.
In neuerer Zeit benutzt man auch, namentlich in England, Kochapparate, in welchen mittels^as gekocht wird. Ist das Gas einmal zur Beleuchtung der Küche vorhanden, so läßt sich auf^chte Weise mittels eines Zweigrohrs ein einfacher Gaskochapparat einrichten, um schnell heißesPasser, Kaffee, Thee, Beefsteak u. s. w. zu bereiten. Ein solcher Gaskochapparat besteht in einerb>vsachen Gasflamme, über welcher in geringer Entfernung ein feines Drahtsieb oder eine feinDurchlöcherte Blechplatte angebracht ist, sodaß sich Luft mit der Flamme mischt und dieselbe zumDheil mit verbrennt. Die Flamme brennt dann blau, leuchtet nicht, gibt aber eine bedeutendeH'tze, sodaß man in wenigen Minuten kochen oder braten kann. (©. Gasbeleuchtung und Gas-leuerung.) Aber auch vollständige Kochapparate zum Kochen, Braten, Rösten, Backen u. s. w.werden mit Gasfeuerung eingerichtet. Die Kocheinrichtung ist dann entweder mittels mehrerer^ächflammen hergestellt, oder sie ist nach Art der bei den Sparhcrden beschriebenen RingfeuerZugerichtet, sodaß unter der mit concentrischen Ringen versehenen Platte eine Anzahl Gas-Uammen brennen.
F'g. 9.