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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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156
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156 Lampe»

regelmäßigen Instandhaltung der Flamme. Derselbe besteht aus einem mehr oder weniger dicke»Bündel von Baumwollenfäden, welche vermittelst der Zwischenräume, die sich zwischen ihnen be-finden, durch Capillarität (s. d.) das Oel bis zu einer bestimmten Höhe aufsaugen und dortenseiner Vertheilung der Einwirkung der Hitze und des atmosphärischen Sauerstoffs darbieten. 3»Bezug auf die Form der Dochte unterscheidet man Bündeldochte, flache Dochte, halbrundeDochte und Hohldochte. Die Bündeldochte sind die am längsten gebrauchten. Sie bestehen au»einem mehr oder weniger dicken Bündel von zusammengedrehten oder schwach zusammengcwnnde-nen Baumwollenfäden, welches unter Umständen einen oder mehrere Zoll Durchmesser haben kan».Sie saugen das Brennmaterial in einer mehr oder weniger dicken Säule auf und geben de>uentsprechend eine mehr oder weniger dicke, compacte Flamme. Die Dicke der Flamme ist aber einUebelstand, welcher in den meisten Füllen die vollständige Verbrennung des Brennmaterials hindert.Da nämlich zu einer bestimmten Menge von zersetztem Brennmaterial auch eine bestimmte Menge'von Sauerstoff nöthig ist, damit derselbe sich in die Endproducte des Brennproeesses, Kohlensäureund Wasser, vollkommen zersetze, so ist klar, daß bei einer dicken Flamme, deren Oberfläche imVerhältniß zu der Menge des aufsteigenden Brennstoffs kleiner ist wie die einer dünnen, der Zutrickdes Sauerstoffs in demselben Verhältniß beschränkt ist. Daher dürfen, wenn man sich nicht künst°licher Mittel bedient, um den Luftzutritt zu beschleunigen, solche Bündeldochte nicht allzu dwgemacht werden, da in diesem Falle eine zu große Menge des Brennmaterials unverbrannt undhalbzersetzt aus der Flamme heraustritt, ohne die beabsichtigte Stenge von Wärme oder Licht ent-wickelt zu haben. Größere Vortheile bieten in Bezug auf diesen Punkt die flachen oder halbrundenDochte. Denkt man sich nämlich einen Bündeldocht von gewisser Stärke flach gedreht, sodas; &eine breite Fläche bildet, so wird das Aufsaugungsvermögen natürlich dasselbe bleiben; es wirdalso in einer bestimmten Zeit eine ebenso große Menge von Brennstoff zur Emzündung gelange»wie durch den entsprechenden Bündeldocht. Der Luftzutritt aber findet unter viel günstigern Ver-hältnissen statt, da der Querschnitt einen viel größern Umfang besitzt als bei letzterm. Man kau»also auf diese Weise eine vollständigere Verbrennung erzielen, ohne die Größe der Flamme i»nachtheiliger Weise beschränken zu müssen. Ein halbrunder Docht ist nichts weiter als ein flacherDocht, welcher nur zur Hervorbringung einer passenden Gestalt der Flamme halbrund gebogen ist»auch bei ihm tritt der Sauerstoff von den beiden flachen Seiten hinzu und bewirkt eine W' rreichend vollständige Verbrennung. Die Hohldochte endlich sind flache Dochte, welche kreissörnüggeschlossen werden und daher in der Mitte eine Höhlung besitzen. Bei diesen tritt, wie bei denvorhergehenden Dochten, der Sauerstoff von beiden Seiten der Flamme hinzu; da aber beideSeiten vollständig geschlossene Kreise bilden, so entsteht im Innern ein hohler cylindrischer Raum,welcher eine bestimmte Menge von Luft abgrenzt, sodaß dieselbe nicht seitlich entweichen kan»-Durch die Wärmeerzeugung der Flamme wird diese Luft erwärmt und muß dem entsprechend >>»Innern dieses Kanals in die Höhe steigen, ohne seitlich entweichen zu können. Daher ist derLuftzutritt bei dieser Art von Dochten ein mehr gezwungener, und es wird sich weiter unten zeige»-daß sie viel besser regulirt werden. In den allermeisten Fällen sind nun solche Flammen au«außen noch mit entsprechenden Hüllen umgeben, welche alle ebenfalls geschlossene Kanäle um dirFlamme bilden, sodaß auch hier der Luftzutritt ein gezwungener wird. Es sind also die Hohldochteunter den meisten Umständen den übrigen Dochten vorzuziehen, und nur für gewiffe Zwecke ist &vortheilhafter, Bündeldochte, oder flache Dochte anzuwenden.

Was den zweiten Purckt betrifft, nämlich die Regulirung der Flamme ihrer Größe nach inner"halb gewisser Grenzen, so ist hierfür nur die Menge des der Zersetzung und Verbrennung darge*botenen Brennstoffs maßgebend. Bei den dochtlosen Lampen kann man dies durch einenreguliren. Fig. 1 zeigt eine Lampe dieser Art. Von einem verschließbaren Behälter A geht unte»eine Röhre ab ab, welche zweischenkelig gebogen ist. Diese endigt in einer feinen Spitze o und h»,unterhalb derselben bei 1i einen Hahn. Der Behälter A wird mit mit dem betreffenden Brennstoffgefüllt, während der Hahn Ii geschlossen ist. Dann öffnet man letztem so weit, als man Brenn-stoff zufließen lassen will, und entzündet diesen. In dem Maße, welches der Stellung des Hahn»entspricht, wird nun Brennmaterial nachstießen und eine Flamme von gewünschter Jntensitägeben. Auf diese Weise lassen sich aber nur verhältnißmäßig kleine Flammen erzeugen; daherkönnen dochtlose Lampen dieser Art auch nur beschränkte Anwendung finden. Bei andern dochtlose»Lampen ist die Regulirung des Brennmaterials zuvörderst gar nicht möglich. Wir bilden >»Fig. 2 eine Oellampe, also eine Belcuchtungslampe ab, welche dem Zwecke, dem sie dienen sM-allerdings entsprechend ist. A ist ein Gefäß von Glas oder Metall, welches zur Hälfte mit Waffe^und darüber mit Oel gefüllt ist; na ist ein kleines Schälchen von Messingblech, welches an seine»