Leberkrankheiten 205
als Muttermälcr (f. d.) bezeichnet werden. Oft ist die Haut da, wo sie sitzen, etwas ver-; ne ragen dann über die Umgebung etwas hervor und sind nicht selten mit stärkern Haarenbewachsen. Bilden sie größere Hervorragungen, so werden sie auch wol den Warzen zugezählt.>öhre Farbe verdanken sie einer reichlichen Ablagerung von dunkelbraunem Pigment (Farbstoff)sn die tiefern Schichten der Haut. Sie können daher auch nur, wenn dies ja nöthig erscheinenlostte, durch Ausschneiden, Wegätzen u. s. w. entfernt werden.
. ^!eberkrankheiteil. Die wichtige Rolle, welche die Leber (s. d.) bei dem Stoffwechsel spielt,3>bt den Krankheiten derselben auch eine große Bedeutung, eine Bedeutung, welche schon in dennühesten Zeiten erkannt und mitunter, wie auch jetzt noch häufig in der Ansicht der medicinischcn^-aien geschieht, vielfach überschätzt wurde, deren richtige Würdigung und Deutung aber erst inNeuerer Zeit durch die Physiologie gelehrt worden ist. Es betheiligt sich dieses Organ, außerleinen ja ihm selbständig auftretenden Krankheiten, noch vielfach an andern Krankhcitsprocessen,besonders solchen, welche mit allgemeinen Ernährungsstörungen und krankhaften Veränderungendes Blutes verlaufen, wie Syphilis, Tuberkulose, Skrofulöse, chronische Alkoholvergiftung, bösartigeT^echselfieber, oder Hinderungen der Blutcirculation bewirken, wie Herzkrankheiten, Kungeneinphy-U ' l' lü -' uuC gdhört daher zu den Körperorganen, welche am häufigsten erkranken. Trotz derDichtigkeit vorliegender Krankheiten aber müssen wir uns bei ihrer Beschreibung dennoch kurz^lien, da ein gründliches Studium derselben viele Vorkenntnisse über die feine (mikroskopische)struetur dieses Organs und die durch dasselbe vermittelten chemischen Vorgänge (über die Ver-heerungen, welche das in ihr cireulirende Blut erleidet, über die Gallenausscheibung und den^erth der Galle für die Verbauungsthätigkeit u. s. w.) voraussetzt, Kenntnisse, die selbst wiederumbvch vielfacher Vervollständigung und Aufklärung bedürfen.
Unter den Symptomen der Leberkrankheiten sind im allgemeinen zu nennen die Größenver-änderungen der Leber (Vergrößerung, die mitunter ganz bedeutend sein kann, oder Verkleinerung),welche mit Hülfe der Percussion und des Zufühlens mit der Hand wahrgenommen werden; dieVeränderung ihrer Consistenz (Härter- oder Weicherwerden); der Schmerz, oft in der Leber,läufig genug aber auch in entferntern Stellen (rechte Schulter, Rücken, Unterleib u. s. w.) auf-seiend; die Gelbsucht (s. d.), die aber durchaus weder bei allen Leberafsectionen beobachtet wird,h>ch immer ein Zeichen von Leberleiden ist; Verdauungsstörungen, wie Magenkatarrhe, Erbrechen,Diarrhöe u. s. w., von denen dasselbe wie von der Gelbsucht gilt; Bauchwaffersucht u. s. w.
Eine der häufigsten Störungen der Leber ist die Hyperämie (Blutüberfüllung, von uTOp,^er, und alfxa, das Blut) derselben. Sie ist entweder selbständige Störung oder bildet dieAnleitung oder Begleitung anderer Leberaffeetionen. Ihr leichtes Zustandekommen ist um so^Ulärlicher, da die Leber schon im normalen Zustande außerordentlich blutreich ist, indem sie gleichLungen ein doppeltes Blutgefäßsystem besitzt, das eine, welches das zur Ernährung ihres Ge-webes nöthige Blut in sich schließt, das andere (dem Pfortadersystem zugehörig), welches das ausdem Unterleibe, namentlich von den Därmen zurückkehrende Blut zu chemischer Einwirkung zuführt,^a wir den genauern und in den allermeisten Fällen vollkommen klaren ursächlichen Zusammen-hang an diesem Orte nicht angeben können, müssen wir uns darauf beschränken, die Umstände,^dler welchen Leberbyperämien zu Stande kommen können, einfach aufzuführen. Dahin gehörend°r allem Circnlationshemmnisse in den Brustorganen: Lungenemphysem (s. Lungenkrankheiten),Herzfehler (Klappendefecte, welche eine Stauung des Blutes im rechten Herzen und in den Lungendewirken), Schwäche der Herzthätigkeit, hochgradige Misbildungen der Wirbelsäule, durch welchehe Lungen zusammengedrückt werden. Ferner tritt Leberhyperämie bei schweren Fällen von kaltemlieber, bei Typhus, bei Lungenentzündung, nach längere Zeit hindurch fortgesetztem Misbrauchd°n Spirituosen (chronische Alkoholvergiftung) und häufiger als in unsern Breiten in südlichen^llmaten aus.
Die physikalische Untersuchung weist Vergrößerung der Leber nach. Dabei ist dieselbe schmerz-haft, oder es macht sich wenigstens ein Gefühl von Druck und Schwere in der Lebergegend (rechts^uter den falschen Rippen) bemerkbar. Auch Kopfschmerz in der Stirngegend wird in rasch ent-Atzenden, von Fieber begleiteten Anfällen oft gefühlt. Der Appetit fehlt, der Stuhl ist meistabgehalten, und bei langer Dauer des Leidens stellt sich hypochondrische Gcmüthsverstimmung ein.
Die Behandlung hat sich zunächst nach den Ursachen zu richten; sind diese zu heben, so schwindet?uch das Leberleiden meist bald; können sie jedoch nicht geheilt werden (Herzfehler, Lungenemphysem,^ckgratsverkrümmungen u. s. w.), so ist nur danach zu trachten, die Blutüberfüllung der Leberwenigstens in mäßigen Grenzen zu halten, und dazu dienen in den meisten Fällen knappe, reizlosenicht zu fette Diät, Vermeidung reichlichen Genuffes alkoholischer Getränke, größte Sorgfalt