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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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280 Lokomotive

steuerung (Fig. 6). Auf der Triebwclle sitzen ebenfalls wieder zwei Excentrics A und A' unddaran zwei Stangen B und B'. Die Excentrics sind einander entgegengesetzt, sodaß, wenn A nMmeisten nach vorn geschoben ist, A' am meisten nach hinten steht. Die Enden 0 und 6' der beidenStangen B und B' sind durch zwei gebogene Mittelstücke miteinander verbunden, welche zwischensich einen Raum lassen. Diese Verbindung heißt die Tasche oder Coulisse. In ihr bewegt Mder Gleitblock D. In der Dampfbüchse bewegt sich der Steuerungsschieber. Die KolbenstangeGF treibt ihn vor- und rückwärts. Der Endpunkt derselben, F, ist durch den Steg DFdem Gleitblock B vcrbimden. Ein anderes Eisenstück' FK ist oben drehbar befestigt, sodndsich der Punkt F vor- und rückwärts bewegen kann, ohne daß jedoch der Gleitblock I) sich böbekoder tiefer senken könnte, als ihm das pendelförmige Stück FK gestattet. An der Tasche >1bei C eine Stange CL angebracht, welche.mit einem Winkelhebel B silX verbunden ist. DerDrehpunkt dieses Winkelhebels befindet sich in AI. Bei N endlich ist die lange Zugsta»^ItN befestigt, welche an dem Hebel II sitzt. Dieser entspricht dem Hebel h in Fig. 4 um5, befindet sich ^>lso vorn an dem Platze des Locomotivführers und kann um den Punktnach vorn und hinten gedreht werden. Ein kreisförmig gebogenes gezahntes Stück Eisen I üdient dazu, den Hebel in jeder beliebigen Lage festzuhalten. Steht alles so, wie in der Fig^angegeben ist, so ist der Dampfschieber durch das Exce.ntric B0 am weitesten nach vorn g^'schobrn. Der Dampf kann also vor den Kolben in den Cylinder eintreten und die Kolbe»'stanze wird sich von rechts nach links bewegen. Macht die Triebwelle eine halbe Umdrehuug'so zieht sich dieselbe Excentricstange B zurück und der Dampfschieher hat seine am weitesten zurück-geschobene Stellung, der Dampf kann also hinter den Kolben treten. Bleibt der Hebel OII dah^in der Lage, in welcher er sich eben befindet, fest stehen, so geht alles so von statten,, als w»^nur ein. Excentric. A vorhanden, das andere A' läuft gewissermaßen todt mit. Wenn aber n"Uder Lokomotivführer'den Hebel OII zurücklegt, sodaß er bei 'I befestigt werden kann, so zieht l>*auch die Stange KN zurück. Dadurch wird der Winkelhcbcl NML um den Punkt N gedreöund sein Endpunkts gehoben. Die Stange LC muß folgen, es wird also 0 und somit d>ganze Tasche gehoben.' Man sieht leicht, daß die Bewegung so groß ist, daß der Gleitblock ",welcher wegen der Stange FK weder auf- noch. abwärts geschoben werden kann, nun gerade beC' zu stehen kommt. Dadurch bekommt die Excentricstange B'C' die Hvrizontallage, und sie 'k.es jetzt, welche den Steuerungsschieber bewegt. Da aber die Lage des Excentrics A', welch?'-'eben dadurch in Thätigkeit gesetzt wird, der des andern Excentrics A entgegengesetzt ist, so m»p'ohne daß eine Drehung der Triebwelle nöthig wird, der Tampfschieber aus seiner Stellung DC "rechts nach links gezogen, also dem Dampf, der vorher vor den Kolben treten konnte, nun ^Zutritt hinter den Kolben gestattet werden. Hierdurch also kann eine BorwürtsbewegungMaschine sofort in eine Rückwärtsbewcgung verwandelt werden. Natürlich muß die Maschawährend der Umlcyung still stehen. Wenn man den Hebel OH gerade senkrecht stellt, soder Gleitblock B gerade in die Mitte der Coulisse 00' zu stehen kommen, d. h. weder von de»'einen noch von dem andern Excentric allein, sondern von beiden gleichmäßig getrieben werden! ^aber beide fortwährend entgegengesetzt bleiben, so hebt das eine die Bewegung des andern beständOauf, und es bleibt der Stcuerungsschieber immerfort auf einem und demselben Flecke stehen »»zwar so, daß er beide Dampfwege, sowol nach dem vorder» als nach dem Hintern Theile des Cyv"''ders, verschließt. Die Maschine kann also, trotzdem daß Dampf in die Dampfbüchse dringt, 9*nicht gehen. Wenn man endlich dem Hebel OII eine solche Stellung gibt, daß er zwar n>in der Mitte, aber auch nicht ganz an einem von beiden Enden steht, so wird auch der Gleitblockweder in der Mitte noch an den Enden der Couliffe sich befinden, d. h. zwischen der Mitte »"dem einen Ende. Und daher wird er von dem einen Excentric mehr bewegt als von dem a»d?rund muß in der That fortwährend eine Bor- und Rückwärtsbewegung ausführen. Aber dü!Bewegung hat, wie man sich sehr leicht vorstellen kann, eine viel geringere Ausdehnung.Dampfschieber wird die Dampfwege niemals ganz frei machen, sondern immer nur jede» ? lwenig öffnen und alsbald wieder ganz verschließen, ehe der Kolben seinen Weg ganz volle»??'Die Folge ist, daß man in diesem Falle mit Expansion arbeitet (s. Bd. III, S. 95). Je we>man nun den Hebel OII seiner mittlern Stellung nähert, um so größer wird die ExP»»»sein, um so geringer der Dampfvcrbrauch, aber auch um so geringer die Wirkung der Dtasch'üMan erkennt hieraus, daß der Locomotivführer nicht nur das Vor- und Rückwärtssteuern i»Hand hat, sondern auch durch den Hebel OII die Maschine zum Stehen, zum schnellern olangsamern Fahren bringen kann u. s. w. Solche Taschen- und Couliffensteuerungen sind jetzt lallgemein bei den Locomotiven im Gebrauch.