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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Hohe

Y 3492156

log. 3492156

log. 3492156 = 6,5430936

6 ' 54 K 309 ig = 1,30861875

num. 1,3086187 — 20,3525.

Lohe, das wichtigste der zum Gerben gebrauchten gerbsäurehaltigen Rohmaterialien, ist ^gemahlene Rinde der in Mittel- und Südeuropa heimischen Eichenarten. Der Gerbstossgeh"derselben ist je nach dem Alter und der Jahreszeit ein sehr verschiedener. In der äußern, st"'rissigen und dunkelbraunen Borke älterer Bäume ist durch Einwirkung der Luft die Gerbsä"^größtentheils zerstört und in unlösliche Verbindungen übergeführt; auch ganz junge Zweige st''gerbstoffärmer. Im allgemeinen gibt man der im Frühjahr gesammelten Rinde zwölf- bis brC !]’ 1 “.jähriger Pflanzen den Vorzug, namentlich wird dieselbe in den durch die VortrefflichkeitErzeugnisse bekannten rheinischen und holländischen (mastrichter) Gerbereien ausschließlich gebrauw'Sie ist glatt, silberglänzend oder grau, innen zimmtbrauu und führt den Namen Spjegelbor"'während die bei ältern Stämmen zwischen der äußern Borke und dem Splint gelegene außsweiße, innen röthliche Rinde als Stammlohe in den Handel kommt. Werden die EichenbR^'alle zwei Jahre gekappt und die jungen Zweige sammt der Rinde gemahlen, so entsteht die Bus'«lohe, welche namentlich für helle rothgare Leder Verwendung findet. Die Gewinnung der Lolbegreift das Schälen, Trocknen, Aussetzen und Binden der Rinde; bei allen diesen Operation^muß beachtet werden, daß die frische Rinde keinem übermäßigen Luftzutritt, der die Gerbst"verändert, ausgesetzt werden darf, und daß Regen, der die Gerbsäure auswäscht, sorgfältig «bghalten werden muß. Man schält entweder so, daß man an den noch stehenden Stämmen die 9*"'mit dem obern Ende hängen und so trocknen läßt, eine zweckmäßige, aber umständliche Wf joder indem man die Stämme fällt, nach deni üblichen Holzmaße schneidet, dann abschält (P^u,und die Rinde erst in lockern Bündeln, dann in größcrn und dichtern Stößen auf einerUnterlage und unter einem leichten Holzdache zum Trocknen aufstellt. Die frische Rinde ver"durch Trocknen etwa 40 Proc. an Gewicht und ist dann, in Bündeln gebunden, Handelswa^,Vor dem Gebrauche in Gerbereien wird sie zunächst in besondern Lohmühlen zerkleinert. ^ältern Vorrichtungen dieser Art sind entweder Stampfwerke, bei denen mehrere unten mit sch"'^Eisen beschlagene Stempel in einem mit Rinde gefüllten Troge arbeiten, oder unsern Getre"Mühlen ähnliche Mahlgänge. Neuerdings werden die Rinden zuerst aus einer Schneideinastst'geschnitten und dann in der nach dem Princip unserer Kaffeemühlen coustruirten Weldon'j"stLohmühle zermalmt. Das Wesentliche dieser Maschine besteht in einem kegelförmigen, um st"verticale Achse drehbaren Kegel aus Gußeisen, dessen Oberfläche mit schiefen messerartigen RipV'besetzt und welcher von einem gußeisernen gerippten Mantel umgeben ist. Da die Messer »'stärker und entfernter stehen, unten feiner und zahlreicher sind, so wird die oben aufgegebeneschnittene Rinde in immer feinere Fasern zerrissen; sie fällt dann in ein Sieb, welches dasvom Gröbern scheidet. Bei der Chapmau'schen Lohmühle verrichten zwei horizontale ger'stWalzen, die sich mit ungleicher Geschwindigkeit gegeneinander drehen, das Geschäft der 3 er ^ j, e trung. Die weitere Verwendung der Eichenlohe und der in gleicher Weise zu behandelnden, "weniger häufig angewendeten Fichten-, Erlen-, Weideulohe u. s. w. ist im Art. Gerberei >'«besprochen. Auch die völlig erschöpfte Gerberlohe bildet noch einen Handelsartikel. Siemit dünnem Lehmwasser angebietet, in viereckige Formen gepreßt, getrocknet und dient dann ^Lohkuchen zum Brennen; namentlich ist sie am Rhein als leicht entzündliches Material sAnfeuern der mit Steinkohlen geheizten Oefen sehr beliebt. ,siK

Der Werth einer Lohe als Gerbmaterial wird von den Cousumenten meist nur oberflaunach dem Ansehen, dem Bruch, dem Geschmack u. s. w. beurtheilt; auch bemißt man wol dienach der Concentration eines wässerigen Auszugs, dessen specifisches Gewicht durch einen jMesser, ein für diesen Zweck eigens graduirtes Aräometer, ermittelt wird. Ein sicheres ^ e v.- e itliefert indeß nur eine möglichst genaue quantitative Bestimmung des Gerbsäuregehalts.

Zweck empfiehlt sich die von G. Müller angegebene und vom Vereine deutscher GerberMethode. 1 Thl. guter Tischlerleim wird in 32 Thln. destillirtem Wasier durch gelindes Er> ^men in einem Glase gelöst, die klare Flüssigkeit mit % Thl. gepulvertem Alaun versetzt undin einem gut verschlossenen Gefäße bei Lichtabschluß aufbewahrt. Von der zu prüfenden, 9„ ijjjkleinertcn Substanz werden 50—100 Gran wiederholt mit Wasser ausgekocht, bis sie vollsta