Buch 
5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
Seite
297
JPEG-Download
 

Lolch 297

"schöpft sind; darauf vereinigt man sämmtliche Flüssigkeiten in einem Glase und versetzt sie nachem vollständigen Erkalten so lange tropfenweise mit der Leimlösung, als sich noch auf der Ober-^che nach jedem einfallenden Tropfen der charakteristische Ring von gerbsaurem Leim bildet. Umäs Ende der Prüfung genau erkennen und ein Ueberschreiten des Leimzusatzes controliren zuännen, läßt man zuletzt klar absetzen, bringt von der über dem Niederschlage stehenden klarenEiligkeit je einige Tropfen in zwei Uhrgläser, die auf einer schwarzen Unterlage stehen, und setztiu der einen Probe zwei Tropfen der alaunhaltigen Leimlösung, zu der andern einen Tropfenä^Mer Gcrbstofslösung. War die Ausfüllung vollständig, so müssen natürlich beide Probenär bleibe».

, Lolch. Die Gattung Lolium L. gehört bekanntlich zu den Gräsern und zwar zu der Ab-teilung mit unbegre-nztem Blütenstande. Die Aehrchen sind sitzend, enthalten 3—20 zweizeilig%nbe Blüten und sind mit der Schärfe gegen die Axe angedrückt. Da ein beiderseitiger SchutzBlattorgane überflüssig ist, so findet sich nur außen eine Deckspelze, während die innere ganz

fehlt oder als ein oder zwei Schuppen an-... gedeutet ist. Das Aehrchen legt sich in

eine Wölbung der flachen Spindel. Nurdas Endährchen hat zwei Deckspelzen. Die-selben sind von einem festen, starken Ge-süge, auf dem Rücken gerundet, mehrnervig,spitz oder stumpf, unbewehrt. Die untereSpelze ist länglich, gewölbt, gleichseitig,auf dem Rücken gedrückt, oben dürrhäutig,unbewehrt oder begrannt. Die obereSpelze ist zweizähnig, auf dem Rücken hin .zweikielig. Die Schüppchen sind länglich,spitz, unversehrt oder gezähnt. Kahle Staub-gefäße finden sich drei. Die Staubbeutelsind lineal, fast am Grunde befestigt, untenpfeilsörmig, oben ganz. Die Narben sindsitzend, federig, gespreizt, endständig. DieFrucht ist länglich mit breiter Rinne, ander Spitze mit einem runden, kahlen, stieli-gen Fortsatz. L. temulentum L. ist derberüchtigte Taumellolch. Die Wurzel isteinjährig, faserig und gehört zu einem odermehreren Stengeln, trügt aber außerdemkleine Blattbüschel. Der Halm ist stielrund-lich, steif, obenhin scharf und erreicht eineHöhe von drei Fuß. Die Blätter sindlineallanzettlich, flach, am Rande scharf.Die Scheiden sind ab und zu gewimpert.Das Blatthäutchen ist gestutzt, gekerbt. DieSpindel ist hin und her gebogen. Die Aehr-chen sind elliptisch, vier- bis sicbenblütig,so lang wie die Deckspelze oder kürzer. Dieft teif Deckspelze ist lineallanzettlich, stumpf, ge-

* An der Spindel angedrückt finden sich ein oder zwei kleine Schüppchen. Die SpelzenDsx gleich, fünsnervig, die vorder» unter der Spitze begrannt oder unbegrauut.

Aisj» ^PPchen sind rundlich zugespitzt. Die Frucht ist lineal. Man findet die Pflanze auf"ägeb"' ^Eders zwischen Gerste, Hafer, durch ganz Europa und wo sonst diese Cerealien^"ben, bisweilen in unglaublich großer Menge. Man nennt sie auch Lülch,^üet st^^ä>indelhafer, Rädel, Twalch, Durt. Die Frucht schmeckt süßlich. Das daraus be-ist s/> ^dhl ist sehr dunkel, riecht schlecht, übel, wenn man es mit Wasser kocht. Der Teig

r ' dünn, gärt nicht gut. Man gewinnt aus ihm ein Harz und bei der Desti«*>■ 11 sich

Der Taumellolch (Lolium temulentum).

Destillation ent-

Sßxtfu ^ e * n Raubender Dampf. Die Früchte sind längst als narkotisch giftig bekannt. Die^chlaü^bn sind Ekel, Würgen, Erbrechen, Schwindel, Verdunkelung des Gesichts, Delirien,^unkenheit, Conoulsionen. Auch der Tod ist vorgekommen. Man sagt, daß die Maul-