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Löwe
Sötte (Felis Leo, f. die Abb.). Die größte der einfarbigen Katzen, welche ganz Afrika-Kleinasien, Persien und Arabien bewohnt und früher sogar im ganzen Umkreise des Mittelmeer«,in Griechenland, Macedonien und Südspanien existirte, von wo die fortschreitende Civilisation daschädliche Raubthier längst verdrängt hat. Die größten und schönsten Löwen finden sichimmer in Nordafrika, im Atlas; die asiatischen und südafrikanischen stehen ihnen an Stärkeund Wildheit weit nach.
Den Löwen charakterisirt der kurze gedrungene Bau des Körpers, der eingezogene Bauch, derbreitstirnige Kopf und die eintönige, meist gelbbraune Färbung des Körpers, die indessen vonHellem Gelb oder Grau bis zu tiefem, fast schwarzem Braun variirt. In der stets schwärzlich^Schwanzguaste steckt ein horniger Kuppennagel. Den männlichen Löwen kennzeichnet ferner d>gewaltige Mähne, welche den ganzen Kopf, mit Ausnahme des Gesichts, Hals und Brust bekleideund auch an dem Hinterande der Vorderfüße noch eine Art Saum bildet. Die Füße sind stänrnng,die Tatzen mit den scharfen Krallen, die, wie bei allen Platzen, zurückgezogen werden können/ aus-fallend breit und wulstig. Die Tatzenspur' eines erwachsenen Löwen ist größer als der Umfaül!einer großen Manneshand mit ausgespreizten Fingern.
Gewiß ist der Löwe der Typus der besonnenen Kraft. Eine gewisse Apathie und Träghe>,
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Der Löwe (Felis Leo).
die er in seinem ganzen Benehmen zeigt, gibt ihm ein majestätisches, herablassendes Aeußrr^Er gilt sämmtlichen Fabeldichtern als der König der Thiere und zeigt zuweilen Großmuth ,' 1(1aber neben kühnem Trotz und unbegrenzter Dankbarkeit auch viel Dummheit und § .Lj,Will man sich aber ein treues Bild dieser durch Dichter und Fabler sehr entstellten Eigett ^ten machen, so muß nran den Löwen nicht in den Menagerien, sondern im wildenstudiern und hier wieder wohl zwischen dem Tage und der Nacht unterscheiden. Bei Nacht i)Löwe der blutgierige, unersättliche Räuber, tollkühn im Angriff, unermüdlich in der DerfolgU ^unwiderstehlich im Kampfe; bei Tage ist er der großmüthige Monarch, der in seiner -verdauend schläft, feig der Gefahr aus dem Wege geht und nur in der äußersten Noth stwWuth und Raserei seines Lebens wehrt. Die meisten Menagerielöwen dagegen sind in ^rien selbst geboren, langweilende und gelangweilte Seftien' mit angelernter FütterungS' ;die niemals in ihrem Leben etwas anderes sahen als Käfige, Thierbändiger, Wärter und gdes Publikum. . , ^
Der Löwe des Atlas und der Berbcrei ist uns am besten seit der Eroberung Algier«^die Franzosen bekannt geworden. Jules Gerard, der Löwentödter, hat sich wesentlichere Ver >um die Naturgeschichte des Löwen als um seine Ausrottung erworben.