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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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340
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840 Lunge»

oft mit Hülfe der Kinder hintergeht die Mutter den Vater, oder es verbietet wol auch der Vaterden Kindern, der Mutter gegenüber die Wahrheit zü sagen. Um Zank und Streit zu verme^den, verheimlicht oder vertuscht wol auch eins von beiden kleine Versehen der Kinder, u»werden, kommt das Unrecht zu Tage, geflissentlich falsche Ursachen Herbeigesucht oder unschuwOPersonen verdächtigt. Aus alledem ist leicht abzunehmen, daß in vielen Fällen die Wahrhas >9keit der Kinder ein Spiegelbild der Aeltern ist. Die Lüge ist aber auch oft nur eine Folge kür -zn despotischen Regiments. Wenn nämlich schon das Schuldbewußtsein die oftmalige Urp bder Unwahrheit ist, so ist es in den allermeisten Fällen die Furcht vor Strafe. Und so W 'nicht blos in der Familie, so ist es im ganzen Leben der Menschen. Hier ist es zuweilenmilde Gewalt der Mutter, die manche Unwahrheit verhindern und das Vergehen in schonciuWeise zur Kenntniß des Vaters bringen kann. Freilich muß sie so viel Gewalt über ihn besitzt'um seinen Zorn besänftigen, seinen Unwillen beschwichtigen zu können. Der Vater »uaber auch bei aller sittlichen Energie Einsicht genug besitzen, daß ein ofsenes Bekenntnißdes Kindes schon eine That ist, die eine Besserung in sich einschließt, denn dasselbe geht in .Regel aus einem lebhaften Schuldbewußtsein hervor und enthält außerdem den Hinweis fl *eine nicht geringe Qnantität moralischen Muthes. Die Pflege des letztcrn ist überhaupt e ^Hauptreagens gegen die Lüge, die in gar vielen Fällen mchts weiter als ein Ausfluß der 8^meinsten Feigheit ist. Der Knabe muß daher gewöhnt werden, einem Mucius Scävola 9^,,'drohenden Uebeln mit freier Stirn entgegen zu sehen, und wenn Campe in seinem „Robinst>mit tiefer Rührung davon spricht, wie seine Zöglinge sich ohne Schmerzenslaut eineschadhafter Zähne herausreißen ließen, so muß ein besorgter Vater in stiller Kainmerthränen weinen, wenn sein Sohn den persönlichen Muth hat, im Angesicht der sicher eintrestden Strafe ein begangenes Unrecht einzugestchen. Es hängt überhaupt vieles, scheinbarvoneinander Liegendes eng zusammen im großen Gebiet der Erziehung. Wird jedes raLüftchen von dem zarten Gesicht des Kindes fern gehalten, bringt ein vorübergehender 6$”!desselben das ganze Haus in ängstliche Bewegung, lernt der Knabe, das Mädchen nichtentsagen, woher soll dann der Muth, woher der Freimuth kommen, den das Leben in coentschiedener Weise fordert wie schlaue Vorsicht und. berechnende Zurückhaltung ? ^

Schließlich freue man sich stets über Offenheit der Jugend, ja man wirke mit allendarauf hin. Zwar sagt uns dann das Kind zuweilen Dinge, die unser Ohr verletzen, "der Gedanke an Frechheit und Ungezogenheit möchte uns veranlassen, Stillschweigen zu geluk 'und in der That muß das Kind oftmals in seine Schranken zurückgewiesen werden, soll es lern jdereinst mit Maß und Rücksicht aufzutreten. Gleichwol ist es das höchste Gut in der g an ^,Erziehung, wenn das Kind sich offen gibt, wie es ist, zumal wenn man bedenkt, daß bei ^mendem Alter nur zu bald der Zeitpunkt eintritt, wo sich das Gemüth verschließt und, direh ^Einwirkungen unzugänglich, in stiller Zurückgezogenheit sein inneres Wesen ausgestaltet. ^man nun frühzeitig sich den Zugang zum Herzen des Kindes verschlossen, so ist mehr ab- ^Hälfte der ganzen Erziehung verloren. Sollte daher auch der Knabe hin und wieder ew>seine Grenzen überschreiten, so sei man nachsichtig. Plan rüge es, aber unter vier Augen-sage ihm: Du hast wol etwas ganz Wahres gesagt, aber artig war es nicht, man kann ^Wahrheit auch in anderer Weise sagen, und ich wünsche nicht, daß dies noch einmal vork»"'Aber man ertödte nicht den Freimuth des Worts und der Gesinnung durch eine öffentliche jschimpfung. Denn hat man die Offenheit einmal zurückgedrängt in das Gemüth, so mawHeuchelei und Lüge, aber selten Liebe zur Wahrhaftigkeit sich zum Grundzug des Charakter-- ^Lungen. Wie im Art. Luftröhre beschrieben ist, spaltet sich die Luströhre (l, 3'9- }snach unten in einen stärkern rechten und einen schwächern linken Ast. An ersterm hängt die 9 ^ßere rechte, an letzterm die kleinere linke Lunge. Fig. 1 stellt beide Lungen von vorn, {

dieselben von hinten dar, zwischen beiden Lungen ist das Herz (h) sichtbar. Die rechte (

füllt die rechte Hälfte des Brustkastens fast vollständig aus, während die linke Brusthälfte n ff jder Lunge auch noch das Herz umschließt. Dem entsprechend besteht die rechte Lunge au- ^Lappen, welche durch tiefe, bis auf die sogenannte Lungenwurzel reichende Einschnitte 9 et * fl(sind; die linke Lunge zeigt dagegen nur zwei solcher Lappen. Die Gestalt und Länge der „(iiLappen ist der Art, daß die beiden kleinern obern Lappenho, Fig. 1 und 2) die Spitze der kegels ^nach oben verschmülerten Brusthöhle ausfüllen, die großen untern Lappen (u) aber dem £ jti<

aufliegen und nach hinten hoch herauf bis zum obern Lappen, d. h. bis zur dritten

Rippen^

reichen, während vorn rechterseits der keilförmige, vorn breite und hinten scharfe mittle vläppen (m, Fig. 1), linkerseits das Herz sich zwischen den obern und untern Lappen einM

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