344 Lungenentzündung
ihrer Größe und Menge mehr oder weniger Partien des Lungengewebes vollkommenimmer zerstört werden. In den meisten Fällen aber wird diese eiterige Flüssigkeit theils durch die ^röhrenverzweigungen nach außen befördert (eiteriger Auswurf), theils durch die Gefüßwandung^wiederum aufgesaugt (resorbirt), und das Lungengewebe nimmt nach einiger Zeit wieder vkommen seine vorige, normale Beschaffenheit und Leistungsfähigkeit an. In gleicher Weise ermdie Heilung einer Pneumonie, bei welcher das Exsudat bereits in der oben bezeichneten^ 'geronnen war und als trockene, festere Massen die Lungenzellen erfüllte, indem dasselbe g.verflüssigt und in eine eiterähnliche Masse verwandelt und als solche theils resorbirt, theils^geworfen wird. Allermeist kommt es aber wol bei heilenden Pneumonien gar nicht zu einer1chen Gerinnung, und es wird das zähflüssige blutige Exsudat sogleich wieder theils resorbirt, the>ausgeworfen (blutiger Auswurf in den ersten Tagen einer Pneumonie) oder zum Theil in sä)migen Eiter verwandelt und als solcher weiterhin aufgesaugt und ausgeworfen (schlcimig-eitttlSAuswürfln dem wettern Verlaufe einer Pneumonie). Ebenso selten, wie die Absceßbildung ^den Lungen, findet das brandige Absterben (Lungenbrand bei Pneumonien) einzelner £ un 8 ePartien statt (blutiger, jauchiger, sehr übelriechender Auswurf). Verharren einzelne Pfl®iienronnenen Exsudats längere Zeit in diesem Zustande, so trocknen sie mehr und mehr ein, o>eine feste, käseartige Piasse, welche der Tuberkelmasse (s. Tuberkulose) ganz gleich ist, und meiststehen dann im »eitern Verlaufe, oft erst nach Monaten und Jahren, noch weitere Tuberkeln alin den Theilen der Lungen, welche vorher von der Entzündung verschont geblieben waren-bildet sich vollständige Lungentuberkulose aus. («.Tuberkulose.) Bei günstigem Verlaufe pfleg ^pneumonische Exsudation binnen 3—5, höchstens 8 Tagen und die Resorption und Entleerung ^Exsudats binnen 8—14 Tagen beendigt zu sein (acute Pneumonie). Nach dieser Zeit bleib ^erkrankte Lungengewebe zwar noch einige Wochen schlaffer und luftärmer, ist wol auch zum i>noch mit einer wässerigen Flüssigkeit erfüllt, doch gleichen sich diese Nachtheile mehr und mehr a 'und die Heilung ist vollständig. Kam es aber zu Absceßbildung, zu Brand, zu Eintrockm ^(Tuberkulisirung) des Exsudats, wodurch stets eine Partie Lungengewebe verödet, so zieht st« LKrankheit ungleich länger hinaus (chronische Pneumonie), ist vollständige Heilung nie ,3
tritt mitunter selbst noch spät der Tod ein. Bei Erwachsenen werden meist größere Partien ^Lungenflügels oder ganze Lungenlappen in ihrer ganzen Ausdehnung von Pneumonie & e s a(lobäre Pneumonie); seltener bilden sich kleinere, dafür aber zahlreichere, oft über mehrereläppen verstreute Entzündungsherde. Bei Kindern ist dies jedoch eine ziemlich häufige ^0 ^nung, und es entwickeln sich bei ihnen leichter als bei Erwachsenen aus starken Bronchiten ()• ~chitis und Bronchialkatarrh) lobulare (weil nur auf kleinere Lungenläppchen beschränkte) ,monien. Eigenthümlich und schleppend in ihrem Verlaufe sind die Pneumonien, welche zu Typh ^Masern, Pocken, Scharlach u. s. w. treten, ebenso die, welche sich mitunter in den hinter» »untern Lungenpartien bei langem, schwerem Krankenlager (infolge der Stockung des Blutes) ®besonders bei ältern Personen und Gelähmten (s. Schlagfluß) ausbilden. „
In Rücksicht auf die Entstehung und die Ursachen der Pneumonie müssen wirprimären und secundären Lungenentzündungen unterscheiden. Unter erstem sind solche Jmen derselben zu verstehen, welche in vorher gesunden Lungen und nicht im Gefolgeweiter Erkrankungen auftreten. Die primären Pneumonien befallen allermeist größerePartien (in der Regel wenigstens einen ganzen Lappen) und erzeugen ein gerinnendesgerinnungsfähiges Exsudat, während die secundären nicht gerinnende oder rasch zerfallendeschwitzungen auszuweisen pflegen, welche nur kleine, aber zahlreiche Herde in den verschie eLungenlappen bilden oder nur in den untern oder Hintern Partien der Lungen (so bei ® cTyphösen u. s. w.) ihren Sitz haben. Die primäre Pneumonie gehört zu den häufigsten theilen 1 sie bildet ungefähr 2—3 Proc. aller Erkrankungen und 3—4 Proc. aller Todesfälle ^wird in allen Klimaten ungefähr in der gleichen Häufigkeit beobachtet. Die meisten Erkrankn»^an Pneumonie (etwa zwei Drittel der jährlichen Summe) fallen auf die ersten sechs Mona e .Jahres. Mitunter tritt die Pneumonie epidemisch auf. Männer sind dieser Krankheitunterworfen als Frauen (ungefähr in dem Verhältniß wie 3—4 zu 1). Kein Alter ist hfldoch tritt die primäre Pneumonie am häufigsten in den Jahren von 20 — 40 auf, ®^h®e"Kindern leicht auf Bronchitis, bei Greisen ebenfalls auf dieselbe sowie verschiedene andere-4(s. u.) secundäre Lungenentzündung sich ausbildet. Der Einfluß der verschiedenen Beschäftignund Berufsarten ist nicht genau zu bestimmen, doch scheinen die, welche zu folgenden Gelegen? ^Ursachen: heftigen Anstrengungen der Respirationsorgane und besonders unter äußerlichen u 8 ^stigen Verhältnissen (starkes Laufen gegen rauhen Wind, anhaltendes lautes Sprechen), '