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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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548 Mistbeet Mistel

wenig ausgefressen, sind weiß. Die Frucht bekommt bei der Spätreife, zu Winters Anfaiig, emelederbraune, fchmuzige Färbung. Die Heimat ist im mittlern und südlichen Europa. Diesind eine beliebte Speise, sobald sie durch Gärung mürbe geworden. Man befördert diese, in e>man sie in bedeckte Fässer zwischen Heu und Stroh schichtet; dann haben sie -etwas wenig Säuerliches. Das Holz ist gelblichbraun und sehr hart und fest. Es läßt sich meist nur zu klentt^Dingen verarbeiten, hat man es größer, so nehmen es die Müller zu ihren Bauten sehr ge rl 'Die Kohle ist ausgezeichnet. Der Baum wächst zu langsam, als daß er für den Forstmann 5"teresse hätte. In Obstgärten sieht man ihn ziemlich oft. Man hat auch von ihm mehrere Abar c ,die frühere trägt kleinere Früchte als die spätere. Die kernlose ist nicht besonders zu einpfeh ^Beinahe jeder Boden sagt dem Mispelbaum zu, indessen ist er doppelt dankbar, wenn jener i".nahrhaft oder gar kalkreich ist. Die Vermehrung durch Aussaat ist ein sehr langwierigerMan nimmt die Kerne der besten Früchte und legt sie 2 Zoll tief in dreizölligen Abständcm ^pfropft auch Zweige auf Weißdorn, Birne, Quitte. Gern zieht man die Mispel am ®P a ‘’ c 'Wir bilden unter a einen Zweig in y 3 natürlicher Größe ab; b ist eine Frucht. ^

Mistbeet. Die bedeutende Wärme, welche frischer Pferdedünger entwickelt, läßtVortheil benutzen, um Pflanzen durch gewärinten Boden zu stärken und schneller in Würd» ’bringen. Man sticht zunächst den Boden an einem Platze aus, wo kein Unterwasser, und m .überhaupt eine möglichst geschützte, trockene, warme Lage. Die Tiefe nimmt man bis zu 4 tf 1 '’’Die Länge muß immer so angenommen werden, daß man bis zur Mitte bequem mit dein Arhineinreichen kann. Man legt darein frischen Pferdemist mit Laub gemengt in sorgfältig gerb" ÄSchichten ein, welche man gleichmäßig zusammentritt und begießt. Sobald man den Spiegel 'Bodens erreicht hat, setzt man den Kasten auf, zu dem man in der Regel kieferne Breter, aber a> ^eichene nimmt. Man füllt ihn bis zum Spiegel mit ebenso behandeltem Pferdedung, gießt "bedt die Fenster auf. Wenn der Mist stark zu dünsten (zu dainpfen) anfängt, muß man M 'Ab und zu muß man noch Mist nachpacken und deckt dann, nachdem man alles noch sorgn' 1 *ineinander getreten hat, Erde über, und zwar so hoch, wie die zu cultivirenden Gewächse e»fordern. Die Wärme untersucht man durch abends tief eingesteckte Stäbe, deren Wärmebman früh untersucht. Sobald die Hand die Wärme ertragen kann, wird das Beet bestellt. A 'tragbare Mistbeet besteht aus einem abhebbaren, schief nach der Mitternachlseite aufsteigetKasten, dessen Höhe sich nach den zu cultivirenden Gewächsen mit richtet. Die Zusammenfügt

ästen natur""

findet entweder durch Haken und Oesen oder durch Nägel statt. Die Fenster, müßen

ganz genau passen und sind die mit verkitteten, dachziegelig einander mit den Rändern decScheiben jenen mit verbleiten Scheiben bei weitem vorzuziehen. Letztere halten nicht lange ~Rahmen werden mit Theer oder sonstigen conservirenden Mitteln getränkt. Die unbewegt'"^.Mistbeete bleiben ganz stehen. Kalte sind ältere, warme frisch angelegte. Die Lüftung ist

dieser Cultur die Hauptsache. Sie muß mit steter Umsicht geschehen. Viele arme Gärtner w

den glänzenden Verdienst, den Mistbeete abwerfen, genießen können, wenn sie zuverlässigehätten, die in ihrer Abwesenheit die Mistbeete überwachten. Schutz gegen kalte Nächte wird "durch Decken oder Breter over beides gewährt. Die Mistbeete sind ein großes Asyl für unzäh ^Ungeziefer, welches beim Ausräumen der Beete im Spätsommer oder Herbst nach Kräften verwerden muß. Der verrottete Dünger wird noch für gewöhnliche Landpflanzen benutzt.

Mistel. Die Gattung Viscum T. gehört unter die Loranthaceen, welche sich den Sän & .ceen sehr nahe anschließen. Die Blüten sind zweihäusig. Die männlichen haben eine vier^^.lige, lederartige Blutenhülle, der die vielfächerigen Staubbeutel angewachsen sind. Die e)'‘derselben entleeren ihren Inhalt, nachdem die Außenwand durch eine Art Fäulniß brei l 9J„iworden und entfernt ist. Die weibliche Blüte hat einen viertheiligen Saum, außen von^e^^vierzähnigen Außenkelch umgeben. In der Mitte findet sich der aus zwei verwachsenenblättern gebildete Fruchtknoten, der eine einzige grundständige, aufrechte, nackte Sainem"birgt, die mit ihm verwachsen ist. Später bildet sich eine Beere, deren Jnnenhant sehr res ^Gefäßen ist. Der Keimling liegt in Eiweiß gebettet. V. album L., die gemeine Mistel, 'I r ,Schmarotzer, welcher auf dem Holze vieler Bäume fixirt, ein dichotomes, immergrünes, ^artiges Gesträuch, von stark buschiger Ausdehnung bildet und spatelförmige, stumpfe, i-l e 3 en ^j (ll istehende dicke, lederartige Blätter besitzt. Die Blüten sitzen gehäuft an den Enden derfindet die Mistel aus Nadelholz sowol als auf Laubholz. Besonders auf Aepfelbäumen, fl)J jbäumen, Pappeln, falscher Akazie, Linde, Weißdorn. Im südlichen Italien wächst sieEichen. Sie blüht im ersten Frühling und ihre Beeren bringt sie im tiefen Spätherbst,kommenes Futter für viele Vögel, welche mit ihren Excrementen die Pflanze neu säen. v

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