Nadeln
58
635
äschmangm Aehnlichkeit hat und durch Wasserkraft bewegt wird, 12—18 Stunden lang hin-hergervllt; darauf reinigt mau die Nadeln von dem anhaftenden Sande durch Scheuern mit^ügespänen in einer rotirenden Tonne, trennt sie von den Spänen durch Schwingen in einer^ulde, bringt sie durch Schütteln wieder in parallele Lage, packt sie mit feinerm Sande abermalsBallen und wiederholt die beschriebenen Operationen zehnmal hintereinander, indem man zuletzt>tatt des Sandes Kleie zum Scheuern verwendet. Bei feinern Nadelsorten beginnt man die Politur'N't Oel und Schmirgel, ersetzt diese später durch Zinnasche oder Englischroth und zuletzt durch. ,ie. Den Beschluß macht Abwäschen der Nadeln in heißem Seifenwasser, Trocknen mit Säge-Mnen in der umlaufenden Tonne und Abwischen mit einem Leintuche. Die fertigen NadelnWerden nun durch Kinder sortirt, die beschädigten ausgeschlossen, die brauchbaren Hundertweise in* le bekannten Nadelbriefe gepackt. Zur Erleichterung des Abzählens dient ein eisernes Lineal mit*00 Querfurchen; die Arbeiter, meist Kinder, fassen eine Anzahl Nadeln zwischen Daumen und^igefinger und fahren damit der Länge nach über das Lineal, sodaß in jeder Furche eine Nadelüegen bleibt. Da durch das Scheuern die Schärfe der Spitzen gelitten hat, so unterwirft manr! e schon eingebrieften Nadeln noch einem nachträglichen trockenen Schleifen auf einem kleinen,rotirenden Schleifsteine aus dichtem Glimmerschiefer.
Die Handelssorten der Nähnadeln sind sehr zahlreich. Man unterscheidet nach der Gestaltbe§ Oehrs rund -, kurz- und langöhrige, nach der Güte des Materials und der Vollendung derPolitur ordinäre, halb - und ganzenglifche Nadeln. Die meisten Abstufungen bietet die Größe;
theilt man die englischen Nadeln in lange (sharps), halblange (betweens) und kurze (blunts)ji rtb bezeichnet die Stärke durch Nummern, deren höchste die dünnste Sorte anzeigt. Ganz feinetadeln vergoldet man wol durch Eintauchen in eine Lösung von Chlorgold in Aether am Oehr° b °r der ganzen Länge nach. Besondere Nadelsorten, die bestimmten Zwecken dienen, sind diell / 2 -~sy 2 Zoll langen Stopfnadeln mit sehr langem Oehr, die Packnadeln, bis 3 Zoll lang,^it dreischneidiger Spitze u. s. w.
• Von fehlerfreien Stecknadeln verlangt man genügende Steifheit, eine scharfe, glatte, genauW der Axe liegende Spitze und einen festsitzenden runden Kopf. Mit diesen Eigenschaften und zubekannten niedrigen Preisen können sie nur durch fabrikmäßigen Betrieb hergestellt werden.Material dient gewöhnlich Messingdraht, seltener Eisendraht, den man blau anlaufen läßtwie bei den Trauernadcln, mit Leinöl überzieht und durch Erhitzen schwärzt. Um den. osstugdraht von möglichster Härte und Steifheit zu erhalten, läßt man den käuflichen Draht’ n b « Fabrik selbst noch einigemal durch ein Zieheisen gehen; dabei wickelt sich der fertige DrahtStörung auf und muß.zunächst gerade gerichtet werden, indem man ihn auf einer HolzplatteÄschen starken Stiften von Eisendraht hindurchzieht. Darauf folgt das Zerschneiden (Schroten)^ Stücke (Schäfte) von der zwei- bis vierfachen Länge der Nadeln und das Anspitzen, Operationen,^lche mit gleichnamigen in der Nähnadelfabrikation übereinstimmen. Zum Anspitzen dientdes für Nähnadeln üblichen Steins der Spitzring, eine Metallscheibe, deren Umfang mit^hl belegt, mit Feilhieb versehen und gehärtet ist. Da der feine Messingstanb noch schädlicher^ Eisenstaub wirkt, so ist auch hier die Wegsührung desselben durch Ventilation dringend geboten,zugespitzten Schäfte werden jetzt angeköpft, d. h. mit Knöpfen versehen. Letztere fertigt mandünnem Messingdraht, den man zunächst auf einer dem Spinnrade ähnlichen Maschine zui^raubenförmiq gewundenen Röhrchen, ähnlich den zu Hosenträgern u. s. w. üblichen Drahtfedern,^fwickelt und dann in kurze Stückchen, deren jedes einen Nadelknopf gibt, zerschneidet. Nachdemselben durch Ausglühen über Koblenfeuer geschmeidig gemacht und mit verdünnter Schwefel-
> oder Essig wieder blank gebeizt sind, befestigt man sie an den Nagel,chäften nut Hülfe eines^inen Fallwerk« der Wippe Diese besteht auS einer Eifenstange, welche senkrecht auf- undZergeht und am untern Ende einen harten Stahlstempel mit einer halbkugeligen Vertiefung
> der Größe des halben Nadelknopfes trügt; er trifft beim Herunterfallen auf eme gehärtetehterlage mit einer gleichen Vertiefung, von welcher eine Einkerbung bis an den Rand der Fläche
^cht. Ciax Arbeiterin spießt ein geschnittenes Köpfchen auf den Schaft, hebt mittels eines Tritt-°rets den Stempel etwa 1 Zoll hoch, legt, während sie die Nadelspitze zwischen den Fingern hält,^ Kopfdraht in die Grube, den Schaft in die Kerbe, läßt herunterfallen und wiederholt letzteredergtiou unter beständigem Drehen der Nadel, bis der Knopf die nöthige Rundung erlangt hat.geübte Arbeiterin kann stündlich bis 1200 Nadeln anköpfen. Man hat auch sehr complicirteT^cknadelmaschinen, welche den Draht selbstthätig richten, schneiden, spitzen und anknöpfen, letz-dres meist durch Aufstauchen des Kopfendes; sie können in 48 Stunden 100000 Nadeln liefern,"'Ehrend dieselbe Zahl bei Anwendung der Hand 136 Stunden erfordert, haben sich aber trotzdem