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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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636
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636 Nagel

nicht vollständig bewährt; ebenso wenig haben die Nadeln mit aus einer Legirung von Zinn,und Antimon gegossenen Köpfen Verbreitung erlangt. Um die bei der Bearbeitung angelaufeneNadeln zu reinigen, werden sie durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure oder mit 3Beinfte' n 'lösung gebeizt, sorgfältig gewaschen und getrocknet. Ordinäre Nadeln sind dann für den Verkawfertig, den bessern Sorten gibt man durch Weihsieden oder Verzinnen eine weiße blanke OberflächeDurch erstere Operation, ein Erhitzen mit verdünnter Säure, wird oberflächlich etwas Kupfer gelöst, sodaß die weiße Farbe des Zinks hervortritt; üblicher ist das Verzinnen, darin bestehend,man die weiß gesottenen Gegenstände mit einer Weinsteinlösung und gekörntem Zinn so laUAkocht, bis dieselben glänzend weiß erscheinen. Man wäscht ab, trocknet und polirt schließlich ""Kleie in einem rotirenden Fasse. Die fertigen Nadeln werden meist reihenweise abgezählt inPapier, welches vorher mittels eines stählernen Kammes durchlöchert worden, gesteckt und heifl^dann Briefnadeln; nur geringere Nadelsorten verkauft man nach dem Gewicht. Die zahlreich^Sorten der Stecknadeln unterscheidet man nach ihrer sehr verschiedenen Länge und Stäl^durch Nummern, deren niedrigste die gröbste Sorte bezeichnet. Besondere Arten sind d>% Zoll langen, dicken und großköpfigen Anschlagnadeln für Tapezierer, die kleinen, nur V» 3,langen und sehr dünnen Bandnadeln und die schlanken iy a Zoll langen Jnsektennadelu ""ganz kleinen Köpfen.

Die Anfertigung der Stricknadeln bedingt zum Theil dieselben Operationen, welche *Nähnadelfabriken üblich sind; das Einschlagen des Oehrs fällt natürlich weg. Der Eisen -Stahldraht wird in Schachte geschnitten, welche man richtet, an beiden Enden rundspitzig ansch^"!dann härtet, anläßt und polirt. Auch die Stricknadeln werden durch Nummern, welche sich atlLänge und Dicke beziehen, unterschieden; die größten von 1—2 Fuß Länge haben an einemeinen runden Messingknopf und heißen dann Kopfnadeln.

Haarnadeln schneidet man aus Eisendraht, biegt die Stücks über einer Klammer zusaiu»^und läßt sie entweder blau anlaufen oder gibt ihnen einen glänzend schwarzen sirnisartiisi'Ueberzug, indem man sie dünn mit Leinöl bestreicht und dann in eine erhitzte Pfanne vonblech wirst; wenn die Nadeln anfangen zu rauchen, nimmt man die Pfanne vom Feuer, schü^um und wiederholt das abwechselnde Erhitzen und Schütteln, bis der Ueberzug die gewünschtFarbe und Dicke zeigt.

Nagel. Die Fingernägel sind wie die Haare sogenannte Epidermoidalorgane, d. h. besonderstark entwickelte Theile des die ganze äußere Haut überziehenden, aus verhornten Zellen bestehend^"Oberhäutchens (Epidermis, s. den Art. Haut). Sie sind mit ihrem Hintern Ende und theilw^auch mit den Seitenrändern eingebettet in einen Falz der Fingerhaut, den sogenannten Nagyfalz; die Unterlage, auf welcher der übrige, freie Theil des Nagels ruht, heißt das NagelbettDieses sowie der Nagelfalz wird zu oberst von einer weichen, zarte Bläschen (Zellen) enthaltend^Substanz gebildet, aus welcher der Nagel erzeugt wird, indem die Zellen sich zusammenschichteund immer platter und fester werden. Dadurch, daß im Grunde des Nagelfalzes neuenachwachsen, wird der Nagel vorwärts geschoben, wächst also in die Länge; dadurch, daßNagelbette aus Zellen nachwachsen und sich von unten dem Nagel anlegen, wächst er in die Di^'Der Nagel ist also vorn dicker als hinten. Wird er nicht verschnitten, so wird er vorn sp'd'krümmt sich nach vorn und nach den Seiten ein und wird klauenförmig; bei einer gewissen Länßangelangt, wächst er dann nicht weiter. Die Fakirs thun häufig das Gelübde, ihre Nagel uiKzu verschneiden, und man sieht deshalb bei ihnen Nägel bis zur Länge einer halben SpaU'^Auch die Chinesen excelliren bisweilen in der Länge ihrer Nägel. Der Nagel desfingers wächst am schnellsten. Nach einer Beobachtung wachsen die Nägel in 12 Tagen ^V 2 Linie. Die Haut des Nagelbettes enthält zahlreiche Haargefäße, deren Blut durch ^durchscheinenden Nagel schimmert und ihm seine Farbe gibt. Der hinterste Theil des Nag^'die sogenannte Nagelwurzel, erscheint Heller, welche Färbung mit einem scharfen nachgewölbten Bogen abschließt und durch den hier geringern Blutgehalt des Nagelbettes bedingist. Drückt man auf das vordere Ende des Nagels, so wird er weiß, weil dann das Blutden Adern des Nagelbettes gepreßt wird; dabei sieht man zugleich, wie die Nagelwurzelmit ihrem Hintern Ende erhebt und die Haut zu einem kleinen Walle erhebt, der die Länge seim Falze versteckten Nagelwurzel verräth. Werden die Nägel blau, so zeigt dies entweder ei»^gehemmten Abfluß des Venenbluts im Nagelbette an oder eine allgemeine Entfärbung^Haut infolge ungenügender Sauerstoffaufnahme in die Lungen. Ist der Nagel äbgestow,worden entweder infolge einer Quetschung oder einer Erkrankung des Nagelbettes, sosich ein neuer, aber nie wieder vollkommener Nagel. Nach Verlust des ersten oder der beide