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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Nahrung oder Nahrungsmittel

grünen Gemüsen, tut Obst und in der Milch finden sich bis zu 90 Proc. Als Lösuugsmittel ver-schiedener Nabrungsstoffe ist das Wasser ganz unentbehrlich. Im Organismus, der selbst gegen80 Proc. Wasser enthält, ist es, wie bekannt, der eigentliche Träger des gesammten Stoffverkehr^, !

worauf hier nicht besonders eingegangen wird. Außerdem ist nur noch zu betonen, daß ein be- 1

stimulier Theil des genossenen Wassers im Organisinns mit andern Nahrungsstoffen chemischeVerbindungen eingeht, d. h. zur Bildung neuer Stoffe verwandt wird, und daß also nicht ^alles Wasser zur bloßen Auflösung anderer Stosse, sozusagen als bloßes Transportmittelderselben dient.

Nächst dem Wasser ist das Kochsalz (Chlornatrium) derjenige einfache anorganische Ncm-rnngsstoff, der am reichlichsten genossen wird. Wasser und Kochsalz sind außerdem die einzige«anorganischen Stosse, welche wir unvermischt zu genießen pflegen, wenngleich man das Kochsm»nur als Zusatz zu andern Speisen gebraucht. Alle übrigen anorganischen Nahrungsstoffe nehme«wir dagegen für gewöhnlich nur insofern zu uns, als sie einen integrirenden Bestandtheil ge-mischter Nahrungsmittel bilden, so z. B. das dem Chlornatrium sehr verwandte, im Fleische undin verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln enthaltene Chlorkalium. Das ChlornatriuMist ein wichtiger Bestandtheil des Blutes und als solcher also unentbehrlich; außerdem befördertes die Verdauung der eiweißartigen Substanzen.

An die erwähnten Chloralkalien reihen sich die phosphorsanren Salze, das phosphorsaureNatron und das phosphorsaure Kali. Ersteres findet sich vorzugsweise im Fleische, letzteres in denvegetabilischen Nahrungsmitteln, worauf wir zurückkommen werden.

Kohlensaure und schwefelsaure Alkalien sind in geringen Mengen in unsern Nahrungsmit- /teln enthalten, erstere mehr in den thierischen, letzter«^mehr in den pflanzlichen.

Kalk und Bittererde (Magnesia) kommen in Verbindung mit Phosphorsaure, Kohlensaureund Schwefelsäure in den Nahrungsmitteln vor. Phosphorsaurer Kalk findet sich Vorzugsweifein der thierischen, phosphorsaure Bittererde in pflanzlicher Nahrung; kohlensauren Kalk enthaltendie Knochen; schwefelsaure Kalk- und dergleichen Bittererde kommt in Vegetabilien vor. Endlichenthält das Trinkwasser fast immer neben Kochsalz auch schwefelsauren und kohlensauren Kalk.

Thonerde und Kieselerde finden sich zwar in der Pflanzonnahruug (erstere sehr spärlich)'werden aber nur in ganz unbedeutender Menge vorn Darme aus in den Organismus aufge-nomnien und gehen daher zum größten Theile mit den Excrementen wieder ab.

Endlich soll hier noch des Eisens gedacht werden, welches sich als phosphorsaures Eisen inthierischer und pflanzlicher Nahrung findet.

Die einfachen organischen Nahrungsstoffe gruppiren sich ungezwungen in zweiHaupt-abtheilungen, d. h. in die stickstofflosen und die stickstoffhaltigen. Erstere bestehen lediglich a«-Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff; zu ihnen gehören Stärkemehl, Cellulose, Dextrin, Zucker/und eine Anzahl organischer Säuren.

Das Stärkemehl ist ein Bestandtheil verschiedener Pflanzentheile, insbesondere der Wurzel-knollen (Kartoffeln) und Samen (Getreide und Hülsenfrüchte) und einer der wichtigsten einfachenNahrungsstoffe. Es besteht aus mikroskopischen Körnchen, die je nach der Pflanze, der sie ange-hörten, verschieden gestaltet und aus concentrischen Schichten gebildet sind. Im kalten Wasserquellen dieselben außerordentlich auf, im heißen lösen sie sich mit Ausnahme der äußersten feste«Schichten auf. Säuren sowie der Mund- und Bauchspeichel vermögen das Stärkemehl in Dex-trin zu verwandeln, welches dieselbe Zusammensetzung hat wie das Stärkemehl, aber leicht lösliä'ist. Das Dextrin geht dann weiterhin in Zucker über und bildet also nur eine Entwickelung--- 'stufe zwischen Stärkemehl und Zucker. Stärkemehl und Dextrin haben dieselbe chemische Zuscn«-mensetzung, d. h. sie bestehen aus ebenso viel Theilen Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff/ >

und man kann sich die Verschiedenheit dieser Stoffe nur daraus erklären, daß die chemische«Atome in ihnen zwar dieselben, aber verschieden gruppirt sind.

Mit dem Stärkemehl theilt die Cellulose die Eigenschaft, unter passenden Umständen i«Dextrin und Zucker umgewandelt werden zu können. Die Cellulose ist das Material, aus welchemim wesentlichen die Wände der Pflanzenzellen aufgebaut sind, und wir genießen dieselbe beson-ders reichlich z. B. im Kohl, Salat u. s. w. Sie ist aus denselben Urstoffen und in demselbe«Verhältniß zusammengesetzt wie das Stärkemehl. Da sie aber unlöslich ist und viel schwieriger i«Dextrin übergeht, so wird sie zum allergrößten Theile unverdaut mit den Excrementen wiederausgesondert.

Ein anderer, im Wasser leicht aufquellender und dann eine schleimige Flüssigkeit bildenderBestandtheil der pflanzlichen Zellwand ist das Pektin, ganz besonders reichlich in den Quitten-