650 - Nahrung oder Nahrungsmittel
Mischung enthält. Außer dem Fleische der Säugethiere und Vogel wird in civilisirten Ländern nurdas kalbfleischähnliche Fleisch der Schildkröten und das hühnerfleischähnliche Fleisch der -schenket genossen. Auf die Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Fleischsorten in Bezug aufschmack, Verdaulichkeit und Wirkung auf den Organismus können wir hier nicht näher eingebe •
An das Fleisch reihen sich die verschiedenen Eingeweide, die Knochen und Knorpel als wer ethierische Nahrungsmittel an. Die Leber, durch ihren reichen Gehalt an Eiweißstoffennebenbei durch ein phosphorhaltiges Fett charakterisirt, und das eiweiß- und fettreiche (auch pv"'phorhaltige) Gehirn sind sehr taugliche Nahrungsmittel. Weniger geeignet, doch auch nahrh^sind der Magen und Darm (Kaldaunen) der Säugethiere, welche beide neben wenig Musesubstanz viel Bindegewebe enthalten, wogegen der Magen der Vogel vieles und zartes Mn»nfleisch enthält. Die Thymusdrüse des Kalbes, das sogenannte Bröschen, sowie die Niereenthalten reichliche Eiweißkörper und sind deshalb ziemlich nahrhaft. Die Milz ist schon rcman Bindegewebe, und die Lungen endlich bestehen fast ausschließlich aus diesem und aU->elastischem Gewebe, sodaß sie nur durch ihren Blutgehalt als Nahrungsmittel tauglich werde'Knochen und Knorpel geben beim Kochen neben Fett einen zu Gallerte gestehenden Leibs'dessen Bedeutung wir schon oben gewürdigt haben und der, neben andern Speisen genossen, egutes Nahrungsmittel bietet. ^ .
Daß die Eier der Vogel, Amphibien und Fische alles enthalten, was zu einem guten 9 lflrungsmittel nöthig ist, geht schon daraus hervor, daß sich aus ihnen ein ganzes Thier zuwickeln vermag, wie solches dann die Eischale verläßt, und ebenso einleuchtend ist die Vorzüglich^der Milch, von welcher ja doch die Jungen der Säugethiere und das Kind lange Zeitschließlich sich erhalten und wachsen. Der Käsestoff, das Eiweiß, die Butter, der Milchzucker, j lund Wasser sind die Hauptbestandtheile der Milch, von denen der erstere mit oder ohne Bum 'd. h. als fetter oder magerer Käse, eine zwar weniger leicht verdauliche, aber doch sehrnahrMSpeise abgibt, während von der Butter ebenso wie von den sämmtlichen andern thierischen Feu(Schmalz, Talg, Klauenöl u. s. w.) das gilt, was wir von den Fetten im allgemeinen gesagt ha" 'Die größere oder geringere Consistenz dieser Fette hängt ab von ihrem verschiedenen Gehalte aStearin, Margarin und Elaiu, aus denen sie gemischt sind; je mehr Stearin ein Fett erttf) sl 'desto fester (Talg), je mehr Elain, desto flüssiger (Klauenöl) ist es. Die thierischen Nahrungmittet aus der Klasse der Weichthiere (Austern), Gliederthiere (Krebse) und Würmer sind rs,untergeordneter Bedeutung, da sie im allgemeinen zu den Delicatessen zu rechnen sind und st'gebräuchlichere Nahrungsmittel nur lokale Bedeutung haben.
Wie wir als zusammengesetzte thierische Nahrungsmittel die verschiedensten Organe übKörpertheile der Thiere anführen mußten, so gibt es auch fast keinen Pflanzentheil, der nichtNahrungsmittel verwandt würde; Frucht, Samen, Blüte, Stengel, Wurzel und Wurzelknolleb'Blätter und Schößlinge werden von verschiedenen Pflanzen genossen, je nachdem dieser oderTheil eben schmackhafter oder nahrhafter ist. Noch weniger als bei den thierischen Nahrungsu",teln können wir bei den pflanzlichen auf das Einzelne eingehen und müssen uns auf eine allgemeine Uebersicht beschränken, wobei wir Rücksicht auf diejenigen einsacken Nahrungsstoffe nehuu.werden, welche dem betreffenden Nahrungsmittel vorzugsweise zukommen und dasselbe besond^'charakterisiren. Denn im allgemeinen wiederholen sich sehr viele einfache Nahrungsstoffe in albpflanzlichen Nahrungsmitteln, nur daß ihr Mengenverhältniß ein verschiedenes ist. Auf einb e ^ tganz charakteristische Bestandtheile gewisser Pflanzentheile brauchen wir dabei deshalb nicht ein» 'gehen, weil sie im Art. Gewürze bereits eine besondere Besprechung erfahren haben.
Bei weitem der wichtigste Pflanzentheil in Rücksicht auf Nahrhaftigkeit und ausgebreitet^Verbrauch als Nahrungsmittel ist der Saure und zwar vorzugsweise der Same gewissermineen, welche wir als Getreidepflanzen unterscheiden, d. i. Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, $f 1 ''Mais, Hirse. Diese Samen liefern das Getreidemehl. Dasselbe enthält je nach der Getre> ^art und je nach der Art der Gewinnung des Mehls mehr oder weniger reichliche Eiweißkörb 'besonders Kleber und daneben Pflanzeneiweiß, Legumin. Weit reicher ist der Gehalt an stickst"^losen Nahrungsstoffen, unter denen das Stärkemehl die übrigen, nämlich Dextrin, CelluloseZucker weit überwiegt. Unter den Salzen des Getreidemehls sind besonders die phosphorsaurErden und Alkalien hervorzuheben. Der gleichzeitige reiche Gehalt an Kleber, Stärkemehl u .Salzen macht das Getreidemehl zu einem der wichtigsten und vollkommensten Nahrungsnrll ^Ihm nahe steht das Mehl des Buchweizens, welcher nicht zu der Familie der Gramineen geh"
Ein weniger benutztes, aber ebenso treffliches Nahrungsmittel sind die Samen dergewächse, die sogenannten Hülsenfrüchte, Erbsen, Bohnen, Linsen und andere weniger g