Nasenhöhle 657
dabei wieder abreißt und ausschnaubt. Zugleich muß man den Kopf kühl halten, die vielleichtI urmische Herzthätigkeit und die Blutwallung durch ruhiges Verhalten, Aufsuchung eines kühlen^es, kühlende und niederschlagende Getränke (Brausepulver) zu heben suchen. Stillt sich dieutung nicht, so ziehe man kaltes Wasier oder Essig in die Nase oder noch besser, man spritze^se in das blutende Nasenloch ein, indem man die Oesfnung der Spritze in das Nasenloch ein-.'^ugt und dasselbe dann fest zudrückt, wobei zu brdenken ist, daß die Nasenhöhle sich nicht nach, sondern fast horizontal nach hinten erstreckt, sodaß also die Spritze nicht nach oben, sondernwenig schief nach hinten gerichtet werden muß. Hat man mit alledem keinen Erfolg, so geht'"an zur Anwendung der blutstillenden Arzneimittel über, zunächst zu den äußerlichen, weiterhinf ben innerlichen. Zu erstem gehören zunächst Gallapfel-, Eichenrinden- und Ulmenrindenab-'ochungen, Tanninlösungen, verdünnte Lösungen von Alaun und schwefelsaurem oder salzsauremMen, Zinkvitriol u. a., worüber der Art. Blutungen nachzulesen ist; sind aber schon die'ver-dünnten Lösungen der letztern mit Vorsicht zu gebrauchen, so gilt dies noch viel mehr von denIlärkern und einigen andern eingreifenden Blutstillungsmitteln, die nur von der Hand des Arztesangewandt werden dürfen. Die innern Mittel dürfen, mit Ausnahme der verdünnten Pflanzen-iäuren, ebenfalls nur nach ärztlicher Vorschrift verordnet werden. (S. Blutungen.) Endlich ist"och die mechanische Blutstillung durch Ausstopfung der Nasenhöhle mittels Schwamm oder Charpies" erwähnen, wozu man bisweilen, um auch die Nasenhöhle von hinten zu verstopfen, eines be-sondern Instruments bedarf.
Wiederholt sich das Nasenbluten sehr häufig und liegt demselben eine innere Krankheit zurunde, so muß man diese womöglich zu heben suchen, woneben bei jedem einzelnen Anfalle die"oen erwähnten Mittel gleichwol in Anwendung zu bringen sind. Außerdem ist aber auch zuodenken, ob nicht die Nasenschleimhaut selbst den Grund des Leidens trägt, d. h. ob nicht, wasün Obigen nicht besonders berücksichtigt haben, entweder ein Geschwür der Schleimhaut oder, e '" e Wucherung derselben, ein sogenannter Polyp (s. d.) die Blutung immer von neuem veran-"tzt. Besonders die blutgcfäßreichen Polypen bluten leicht in übermäßiger Weise. Die Erkennung"uö Heilung dieser Zustände muß aber lediglich dem.Arzte überlassen bleiben.
D NllsyHjjhsx. Wie die Mundhöhle als Vorhof deS Darmkanals, so kann die Nasenhöhle als^orhof der Athmungswege betrachtet werden. Dem Geschmacksinn der Mundschleimhaut entspricht^eruchsinn der Nasenschleimhaut. Beide Sinne sind jedoch nicht über die gesummte Schleim-entsprechenden Höhle vertheilt, sondern knüpfen sich nur an gewisse Theile derselben,in d ben Besitz von Geruchs - oder Geschmacksnerven ausgezeichnet sind. Hierüber wird
oon At. Riechen und Schmecken ausführlich gesprochen werden.
Die Nasenhöhle, deren Eingang an der äußern Nase wir im Art. Nase erwähnt haben, ist0 '^.oinfache Höhle, sondern wird durch eine Längsscheidewand in eine rechte und linke Hälfte. oeilt. Die an der äußern Nase sichtbare, vorn durch einen Knorpel, weiter nach innen durch.'o Knochenplatte gestützte Scheidewand liegt meist nicht genau in der Mitte und bedingt somittl " e ""gleiche Weite beider Nasenhöhle», woraus sich erklärt, daß viele Menschen beim SchnupfenZollmäßig nur durch ein Nasenloch Luft haben, während die andere, engere Nasenhälfte für die"lt nicht mehr durchgängig ist. Der Laie meint gewöhnlich, die Richtung der Nasenhöhlen geheoben, indessen ist dies nicht der Fall. Wollte man die äußere Nase abschneiden, so würdesehen, daß jene Höhlen zwei horizontal nach hinten laufende Spalten sind, oben enger als,"ten, „sit einer ziemlich ebenen, von der erwähnten Scheidewand gebildeten Innenwand undunregelmäßig gebildeten Außenwand. Geht man mit eineni stumpfen Stäbchen in ein^enlvch ein, so muß man dasselbe zunächst allerdings ein wenig aufwärts führen, kann es dannin streng horizontaler Richtung vorwärts schieben. Dies ist von praktischer Wichtigkeit, wenn3" Einspritzungen in die Nase zu machen hat; man soll dabei nicht, wie es gewöhnlich geschieht,e spritze nach oben, sondern fast horizontal nach hinten richten,z Die erwähnte Außenwand jeder Nasenhöhle, d. h. die nach den Schläfen liegende Wand,noch einer genauern Betrachtung. Dieselbe hat, wie erwähnt, nicht eine flache, sondern sehr„ .^ö^kmäßig gestaltete Form. Es entspringen nämlich von derselben drei platte, nach unten um-"9 ene ' mit Schleimhaut überzogene Knochenleistchen, die sogenannten Nasenmuscheln.se, e ^ e ' sitzen in horizontaler Richtung an der Außenwand, zu unterst die größte untere Na-^'"lchel, darüber die kleinere mittle, zu oberst die kleinste und auch viel weniger nach vorn^/bende obere Muschel. Fig. 1 stellt die äußere Wand der rechten Nasenhöhle von innen ge-0" k' 1 '-. man sieht die untere Mrkschel u, die mittlere m und die kleine obere o. Alle drei ragen
dar;-
und Familien-Lexikon. V.
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