656 Nasenbluten
Außen ist die Nase von der, ihrem Knorpel sehr fest ansitzenden Haut überzogen, welche auMdurch die stellenweise sehr stark entwickelten Talgdrüsen sich nicht wesentlich von der übrigen ^unterscheidet. Nach oben, d. h. über den Nasenbeinen locker angeheftet, gestattet sie hier uo
Faltung und Runzelung; nach unten aber ist sie nur in Gemeinschaft mit dem Knorpel beweg
lieh'
Diese feste Verbindung mit ihrer Unterlage macht jede Schwellung der Nasenhaut höchsthaft. Bei der Gesichtsrose, bei Insektenstichen, bei furunkulösen Entzündungen ist daher die NWder Sitz sehr heftigen Schmerzes. Die an der Nasenspitze und besonders an den Nasenflügeldeutlicher als anderswo sichtbaren Mündungen der Talgdrüsen erscheinen bei der geringste,Verunreinigung durch Staub u. s. w. als schwarze Punkte oder sogenannte Mitesser,' theils awSchönheitsrücksichten, theils um eine durch die Verstopfung der Ausführungsgänge beding^Anhäufung des Hauttalges in den Drüsen und eine daraus folgende Entzündung der letztem 3verhüten, muß also jener Theil des Gesichts besonders gepflegt werden.
Außer den Mitessern, Finnen und Pusteln, die sich übrigens oft selbst bei der größten im».
lichkeit einfinden, sind noch die Röthung und die Uebernährung der Nasenhaut als zwei z
häufige Krankheiten anzuführen. Die bleibende, oft tief blanrothe Röthung der Nase ist die „ ,einer Erweiterung ihrer kleinen Adern. Dieselbe kommt zwar sehr häufig bei Trinkern vor, staber auch oft ganz andere Ursachen, so z. B. kann eine durch Erfrieren eingetretene ErlahmüUund daraus folgende Erweiterung der Gesäße ebenso gut jene Entstellung herbeiführen.Uebernährung und Verdickung der Haut, welche sich bis zu einer sehr plumpen Entstellung stgern kann, geht häufig mit der Blutübersüllung einher und hat zum Theil dieselben UrsacheInwiefern die äußere Nase für den Geruchsinn wichtig ist, wird im Art. Riechen zusprechen sein. ' ,
Nasenbluten. Die sehr zahlreichen Blutgefäße der Schleimhaut, welche die Nasenyooauskleidet, sind von besonderer Zartheit und daher leicht zerreißbar. Tritt eine solche Zerreiß'^so ergießt sich Blut auf die freie Flüche der Schleimhaut und fließt durch das betroffene ^
ein
senloch ab. Die Zerreißung wird veranlaßt durch Wallungen des Blutes nach dem Kopfe, 1,11 'gehemmten Abfluß des Blutes der Nasenschleimhaut aus den Venen, wie er z. B. bei Herz- 11Lungenkrankheiten vorkommt, durch übermäßige Thätigkeit des Herzens infolge von Anfresst' ^n. s. w., alles Umstände, durch welche die Gefäße mit Blut überfüllt werden und ihre za".,Wände einen zu starken Druck auszuhalten haben, endlich durch krankhafte Blntmischung, wst ^bei Bleichsucht, Skorbut, Bluterkrankheit, Typhus und andern Krankheiten vorkommt, undwelche theils die Blutgefäßwände schlecht ernährt und daher zerreißlicher werden, theils dierinnbarkeit des Blutes herabgesetzt und daher eine baldige Stopfung der Blutung durch ®gerinscl verhindert wird. I
In den meisten Fällen stillt sich die Blutung von selbst, indem einerseits durch den Blutverft.die starke Spannung der Gefäßwände gehoben wird, andererseits das schnell gerinnende Blut 1blutende Stelle mit einer geronnenen Schicht bedeckt oder der betroffene Theil der Nasenhöhle ’ .Blutgerinseln fest verstopft und dadurch ein Druck auf die blutenden Gefäße ausgeübt wird. *wenn das Blut selbst krankhaft gemischt ist und schwer gerinnt oder eine verkehrte'Behandü'^,eintritt, kann es zu erschöpfenden Blutungen kommen, wobei freilich zu bedenken ist, daß blum^und sonstwie herabgekommene Personen durch einen verhältnißmäßig geringen Blutverlust rsehr erschöpft werden können. Ist die Blutung Folge einer Wallung des Blutes nach demso wird der Blutverlust, besonders bei vollblütigen Menschen, meist eine Vortheilhafte Erleichtertbringen, während sonst das reichliche und oft wiederholte Nasenbluten keineswegs, wie oft gesch'als ein unbedeutendes Uebel anzusehen ist. , f .j
In den weitaus meisten Fällen ergießt sich das Blut durch ein Nasenloch nach außen, ^kommen jedoch auch Fälle vor, wo die blutende Stelle sehr weit nach hinten liegt und dasdaher seinen Weg durch die Hintern Oeffnungen der Nasenhöhle nach dem Rachen nimmt. Dast^,tritt ein, wenn die Blutung im Schlafe oder sonst beim Liegen eintritt. Das Blut wirddurch den Mund entleert, kann aber auch bei tiefem Schlafe und bei sehr erschöpften oder beu" .llosen Franken in den Kehlkopf fließen und zu heftigen Erstickungsanfällen Anlaß geben. ^Kranke müssen daher unverweilt aufgerichtet werden, damit das Blut den Weg nach vorn W'-.rKinder verschlucken oft das nach hinten ergossene Blut und brechen es dann plötzlich in S rMenge aus, sodaß es scheint, als hätten sie eine Magenblutung. , , l( ii
Die Behandlung des Nasenblutens besteht vor allem darin, daß man die Nasenschleiwö..
in Ruhe läßt, d. h. sie nicht durch fortwährendes Schnauben reizt und die blutstillenden
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