Natiiralieiisammlimg 661
In Deutschland besitzen wir mehrere Arten, die verschiedenen Gattungen
Erde verbreitet,angehören.
Die verbreitetste ist die Ringelnatter (Tropidonotus natrix).
. - 1 .. ..... n.y......... x —l -..... .auiiAy. Die Gattung, der sie ange-
bort, unterscheidet sich durch die auf der Mitte gekielten Schuppen und die Bezahnung von denandern Nattern. Im Oberkiefer stehen nämlich hinter den kleinern Zähnen 2 — 3 weit größere"nd dickere. Die Ringelnatter wird bis 4 Fuß lang, ist graublau, vlivengrün, stahlblau aus demLücken, schwarz oder tiefbraun auf dem Bauche, mit lichten gelben Fleckchen darin, und zeigt aufbeiden Seiten des Hinterhalses einen breiten, hellweißgelben Fleck, der häufig mit Schwarz cin-Iofaßt ist und sich wie ein breiter Halsring ausnimmt.
Sie hält sich vorzugsweise gern am Wasser, an Teichen, Bächen und Seen auf, schwimmtScrn und gut und nährt sich fast einzig von Fröschen, die sie langsam hinunterwürgt, was oft,wenn der Frosch groß und die Schlange klein, mehr als eine Stunde dauert. Ein von einerSchlange ergriffener Frosch läßt einen ganz eigenthümlichen Schrei erschallen, und, sagt einNeuerer Schriftsteller, „unter dem Eindrucke dieses schmerzlichen Seufzers scheint auch der letzteEck, den der Frosch aus dem Schlangenrachen in die Welt wirft, etwas besonders Trauriges zuverkündigen". Zuweilen sieht man die hinabgewürgten Frösche noch im Magen eine Zeit laügstrampeln, während die Schlange einige Minuten erschöpft daliegt. Im Herbst verkriecht sie sichErdlöcher oder Misthaufen und verfällt in Winterschlaf. Sie häutet sich zwei- bis dreimal imSommer. Das Weibchen legt 20—30 schön weiße Eier mit häutiger Schale in Mist auf einenHaufen zusammen, sucht deshalb die Ställe und Düngerhaufen auf und wird infolge desicn von
dem Landmann beschuldigt, wenn auch mit Unrecht, eswolle die Kühe und Ziegen melken. Keine Schlange säuftMilch.
Im südlichen Deutschland, der Schweiz und in Frank-reich bis zur Höhe von Paris kommt die verwandteVipernatter (Dr. viperinus) vor, die in trockenenBuschgegenden lebt, weit kleiner ist und durch ihre Zeich-nung leicht mit der Otter oder Viper verwechselt wird.
Die Schwalbacher Natter (Coluber flavescens)kommt im Harze und Thüringerwalde, besonders häufigaber in der Umgegend von Schwalbach und Schlangen-bad vor. Die Schuppen der Gattung -Coluber, der sieangehört, sind ebenfalls gekielt, die Zähne im Oberkiefer^ber ganz gleichmäßig. Sie wird noch größer als die Ringelnatter, bis 5 Fuß lang, ist auf. m Rücken grünlich Hornbraun, am Bauche schwefelgelb oder gelbweiß, ganz ohne Flecken, lebtGebüsch, Felsen, altem Gemäuer, wird sehr zahm und zutraulich und trinkt gern Wasier.^sculap hat diese Art um seinen Stab gewickelt.
Die Schlingnatter, glatte Natter, Flcckennatter (Coronella austriaca), hat, wie alle Artenber Gattung, ganz glatte ungekielte Schuppen. Sie wird nur 2 Fuß lang, ist oben gelbbraun,Unten hellgelb, überall mit dunkelbraunen oder schwarzen Flecken und Strichen gezeichnet, gebiertwendige Junge, hält sich in trockenen Büschen.und waldigen Gebirgsgegenden, besonders Süd-^Utschlands auf, geht nicht ins Wasser, ist bissig, jähzornig und stellt sich, auf den Schwanz ge-atzt, mit hoch aufgerichtetem Oberkörper zur Wehr. Ihre kleinen Zähnchen können indeß kaumaufs Blut dringe», und von Gefahr des Bisies ist keine Rede.
Naturaliensammluilg. Eine solche kann entweder alle drei Reiche der Natur umfasien oder^"zelne Abtheilungen derselben, als Klassen, Ordnungen u. s. w., enthalten und erhält danach'hren speciellen Namen, wie z. B. zoologisches, botanisches, mineralisches Museum oder CabinetU- s- w. Da jedoch einer Sammlung nothwcndigerweise das Sammeln selbst vorangehen muß,!° Zollen wir diesen wichtigen Punkt hier zunächst besprechen und verweisen dabei auf die hierher^zughabxntz^ Art. Ausstopfen, Balsamiren, Conservirmittcl für naturhistorische Gegenstände,^ermoplastik und Eicrsammlung der drei ersten Bände dieses Werkes.
Vor allem sind es die klimatischen Einflüsse, welche das ganze Sammelwesen und deffen ver-schiedene Modificatione» beeinflusse«. Der Winter und die polaren Gegenden der Erde machenchrer andauernden Kälte wegen den geringsten Grad menschlicher Beihülfe nöthig, indem eben.vvch die Kälte fast alle todten Naturkörper am längsten in ihrem normalen Zustande verharrenCNammuths und Nashörner im vieltausendjährigen Polareise), oder aber bei ganz trockener, kaltervii zu Mumien werden (Leichen auf dem Hospiz des St.-Bernhard). Aus denselben Gründen
Ekelet dcS Kopses der Ringelnatter.